Wie Du erkennst, ob Dich jemand über Deine Handykamera beobachtet (und was Du dagegen tun kannst)

Die Vorstellung, über die Kamera Deines Handys beobachtet zu werden, ist gelinde gesagt beunruhigend, aber Du kannst Dich dagegen schützen. Auch wenn gezieltes Kamera-Hacking nicht häufig vorkommt, ist es möglich, wenn Malware, betrügerische Apps oder schlechte Sicherheitsgewohnheiten ins Spiel kommen.

Wenn Du verstehst, wie Kamera-Spionage funktioniert und welche Anzeichen sie hinterlässt, kannst Du die Kontrolle über Deine Privatsphäre zurückgewinnen. Die meisten Erkennungsmethoden sind einfach und durch die Verbesserung der Sicherheit Deines Handys kannst Du potenzielle Täter stoppen, bevor sie Zugriff auf Deine Kamera erhalten. Hier erfährst Du, worauf Du achten musst und welche Maßnahmen Du ergreifen kannst, um Deine Kamera (und Deine Daten) zu schützen.

Wie Du erkennst, ob eine Handykamera Dich beobachtet: 6 Warnzeichen

Spyware ist zwar darauf ausgelegt, unbemerkt zu bleiben, doch oft verrät sie sich durch subtile Hinweise. Ein einzelnes Anzeichen bedeutet noch nicht zwangsläufig, dass Deine digitale Privatsphäre gefährdet ist, denn Smartphones können auch einfach nur verrückt spielen. Wenn jedoch mehrere dieser Hinweise auftreten, insbesondere die ersten, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Im Folgenden findest Du die häufigsten Warnzeichen, von den offensichtlichsten bis zu den subtileren.

Eine Infografik mit sechs Warnzeichen, die darauf hindeuten, dass Dich jemand über Deine Handykamera beobachten könnte

1. Seltsame Kameraaktivitäten

Wenn sich Deine Kamera oder die LED-Anzeige von selbst einschaltet, solltest Du das überprüfen. Ein Beispiel hierfür ist die Meldung „Kamera wird von einer anderen App verwendet“, die erscheint, wenn Du versuchst, ein Foto zu machen. Bei den meisten modernen Handys leuchtet dann ein grüner Punkt auf (wie beim iPhone). Bei Android 12+ siehst Du möglicherweise einen kleinen grünen Punkt, wenn die Kamera verwendet wird, und einige Geräte zeigen auch ein Kamerasymbol an. Wenn Du diese Anzeige siehst, obwohl Du keine kamerabasierten Apps verwendest, hat möglicherweise jemand anderes Zugriff darauf. Erfahrene Hacker können Deine Kamera jedoch verwenden, ohne dass die Anzeige aufleuchtet.

So etwas sollte eigentlich nicht passieren, es sei denn, es liegt ein Hardware- oder Softwarefehler vor. In den meisten Fällen hilft es, das Smartphone und die Kamera-Apps zu aktualisieren und das Gerät neu zu starten. Wenn das nicht hilft, könnte es sich um Spyware handeln. 

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2. Apps oder Dateien, die Dir unbekannt sind

Wenn Du Apps oder Dateien siehst, an deren Installation Du Dich nicht erinnern kannst, ist das ein weiterer Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt. Es könnte sich um eine App handeln, an die Du Dich einfach nicht erinnerst, weil sie schon sehr alt ist. Spyware versteckt sich oft in ganz normal aussehenden Apps, zum Beispiel in Bildbearbeitungsprogrammen oder Systemreinigern, sodass sie leicht übersehen wird. Auch gefälschte Versionen und Trojaner sind oft schwer zu erkennen. In manchen Fällen können Angreifer Daten sogar in ganz normal aussehenden Bildern, Videos oder Audiodateien verstecken, eine Technik, die als Steganografie bezeichnet wird.

Es kann auch sein, dass Dein Speicherplatz schneller als gewöhnlich voll wird. Das kann passieren, wenn versteckte Apps im Hintergrund Dateien erstellen oder Aufzeichnungen speichern, bevor sie an einen anderen Ort gesendet werden. Ein langsameres Smartphone, plötzliche Warnungen wegen zu wenig Speicherplatz oder unbekannte Medien in Deiner Galerie sind gute Gründe, der Sache auf den Grund zu gehen.

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3. Hintergrundaktivitäten, die Du Dir nicht erklären kannst

Selbst wenn Spyware versucht, sich zu verstecken, hinterlässt sie oft Spuren in den Aktivitätsprotokollen Deines Smartphones. Einfache mobile Spyware läuft normalerweise ständig als Hintergrunddienst. Anzeichen dafür sind Apps, die Du nicht oft benutzt, seltsame Hintergrundaktivitäten zeigen und auch bei ausgeschaltetem Bildschirm aktiv bleiben oder Berechtigungen anfordern, die sie nicht brauchen.

Vermeide voreilige Schlüsse und gehe nicht sofort davon aus, dass Dich jemand beobachtet. Navigations-Apps, Bluetooth und Systemdienste laufen alle im Hintergrund. Wenn eine unbekannte App jedoch häufig aktiviert wird oder eine erhebliche Hintergrundnutzung ohne Bildschirmzeit zeigt, solltest Du genauer hinschauen.

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4. Schneller Batterieverbrauch oder Überhitzung ohne ersichtlichen Grund

Spyware, die über Kamera oder Mikrofon aufzeichnet, beansprucht die Hardware Deines Smartphones erheblich. Das kann zu plötzlichem Batterieverlust oder Überhitzung führen, selbst dann, wenn Du das Gerät gerade nicht aktiv nutzt. Eine Analyse des Sicherheitsunternehmens Lookout aus dem Jahr 2024 zeigt, dass ein ungewöhnlich schneller Akkuverbrauch das häufigste Symptom ist, das Betroffene bei mobiler Überwachung wahrnehmen.

Das Aufzeichnen von Videos, das Hochladen von Dateien oder die Verarbeitung erfasster Daten kann die CPU-Auslastung um 20 bis 40 Prozent erhöhen und dadurch selbst bei neueren Geräten zu spürbarer Erwärmung führen. Bevor Du jedoch vom Schlimmsten ausgehst, solltest Du naheliegende Ursachen wie einen alternden Akku oder zu viele gleichzeitig laufende Apps ausschließen. Tritt dieses Verhalten bei einem weniger als fünf Jahre alten Smartphone plötzlich auf, kann es sinnvoll sein, gezielt nach Malware zu suchen.

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5. Höherer Datenverbrauch als gewöhnlich

Viele Arten von Spyware oder sogenannter Überwachungssoftware müssen regelmäßig Daten von Deinem Smartphone übertragen, etwa Bilder, Standortprotokolle, Audioaufnahmen oder Screenshots. Das kann zu auffälligen Spitzen im Mobilfunk- oder WLAN-Datenverbrauch führen. Laut einer aktuellen globalen Übersicht zu mobilen Bedrohungen von Zimperium zählen mobile Überwachung und Spyware weiterhin zu den größten Risiken und nehmen weltweit weiter zu.

Einige fortgeschrittene Spyware-Programme versenden Daten in kleinen, verschlüsselten Paketen, sodass sie in der Nutzungsübersicht schwerer zu erkennen sind. Einfachere Stalkerware hingegen lädt häufig größere Datenmengen im Hintergrund hoch und verursacht dadurch deutlich sichtbare monatliche Ausschläge. Haben sich Deine Nutzungsgewohnheiten nicht verändert, Dein Datenverbrauch jedoch schon, kann das ein Hinweis darauf sein, dass im Hintergrund ohne Dein Wissen Informationen übertragen werden.

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6. Unbekannte Kontoaktivitäten

Gibt es Nachrichten oder E-Mails, an deren Versand Du Dich nicht erinnern kannst, oder Standortaktivitäten, für die Du keine plausible Erklärung hast? Verschiedene Arten von Spyware können Bilder und Videos aufzeichnen, die mit Deiner Kamera aufgenommen wurden, und diese auf unterschiedlichen Wegen übertragen. Manche streamen die Mediendaten direkt an einen Cloud-Server oder auf ein anderes Gerät, ohne sie lokal zu speichern. Andere versenden die Dateien über Deine Nachrichten-, Messenger- oder E-Mail-Apps.

Erhältst Du eine Benachrichtigung über einen Standortzugriff, obwohl Du die Funktion „Mein iPhone suchen“ nicht genutzt hast, oder entdeckst Kontoanmeldungen von Geräten, die Dir nicht bekannt sind, könnte jemand Zugriff auf Dein Smartphone oder Deine Onlinekonten haben. Da Spyware häufig auch zur Standortverfolgung eingesetzt wird, kann die Person, die sie installiert hat, Deine Bewegungen unter Umständen dauerhaft überwachen.

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Wer könnte Deine Telefonkamera ausspionieren wollen?

Die Bedrohung kann aus verschiedenen Quellen stammen, die jeweils unterschiedliche Motive haben. Wenn Du verstehst, wer es auf Dich abgesehen haben könnte, kannst Du die richtigen Vorsichtsmaßnahmen treffen.

Cyberkriminelle

Sie zielen oft auf Einzelpersonen ab, um mit Spyware finanzielle Vorteile durch Erpressung oder Nötigung zu erzielen, und konzentrieren sich meist auf Menschen mit Sicherheitslücken. Wenn Du keine bekannte Persönlichkeit bist, ist es weniger wahrscheinlich, dass Du gezielt ins Visier genommen wirst. Automatisierte Angriffe können Dich jedoch dennoch treffen.

Stalker und missbräuchliche Partner

Für viele Menschen ist dies die häufigste und besorgniserregendste Bedrohung. Solche Personen installieren oft Stalkerware, um aktuelle oder ehemalige Partner zu überwachen. Häufig haben sie zuvor physischen Zugriff auf das Gerät, was die Erkennung erschwert.

Apps und Technologieunternehmen

Apps wie Facebook, Instagram oder Snapchat können auf Deine Kamera zugreifen, wenn Du ihnen die Berechtigung erteilst. Meist ist der Zugriff auf Funktionen beschränkt, die ihn benötigen, etwa das Aufnehmen von Fotos, Stories oder die Nutzung von Filtern. Ein Softwarefehler im Jahr 2020 zeigte jedoch das Potenzial für eine unbeabsichtigte Aktivierung. Meta erklärte, dass dies ein Fehler war, betonte jedoch, dass die Apps technisch in der Lage sind, die Kamera zu nutzen, wenn die Berechtigung erteilt wurde.

Regierungsbehörden

Regierungsbehörden haben bei hinreichendem Verdacht Zugriff, vor allem für bestimmte Ermittlungen oder besonders hochpriorisierte Ziele. Eine routinemäßige Massenüberwachung konzentriert sich hingegen eher auf Metadaten (wen Du wann und wo kontaktierst) statt auf Live-Feeds.

So schützt Du Dich und verhinderst eine Kameraüberwachung

Kamerazugriffe zu verhindern ist deutlich einfacher, als Spyware nachträglich zu entfernen. Die folgenden Schritte helfen Dir sowohl, wenn Du gerade den Verdacht hast, dass etwas nicht stimmt, als auch, um Dich langfristig zu schützen. Beginne mit den ersten drei Schritten, denn sie machen den größten Unterschied.

Eine Infografik mit 7 wichtigen Schritten, um Spionage durch die Handykamera zu verhindern, darunter Software-Updates, Einschränkung von Berechtigungen, Scans, sichere Downloads, verstärkte Authentifizierung, Überprüfung des Akku- und Datenverbrauchs sowie Sicherung Deiner Verbindung.

1. Halte Deine Software auf dem neuesten Stand

Updates schließen Sicherheitslücken, die von Spyware ausgenutzt werden könnten. Sorge dafür, dass Dein Betriebssystem und Deine Apps immer aktuell sind. Sicherheitspatches beheben bekannte Schwachstellen und gehören zu den effektivsten Maßnahmen, um Dein Smartphone zu schützen.

Was Du tun musst:

    • iPhone: Einstellungen > Allgemein > Software-Update > Automatische Updates.
    • Android: Einstellungen > Software-Update > Automatischer Download über WLAN.

2. Überprüfe und beschränke App-Berechtigungen

Überprüfe regelmäßig, welche Apps Zugriff auf Deine Kamera haben, und entziehe allen Apps, die diesen Zugriff nicht wirklich benötigen, die entsprechenden Berechtigungen.

Was Du tun kannst: 

    • Schließe alle Apps und prüfe, ob die Anzeige verschwindet.
    • Prüfe Deine App-Berechtigungen, um zu sehen, welche Apps Zugriff auf die Kamera haben (Einstellungen > Datenschutz > Kamera auf dem iPhone oder Einstellungen > Datenschutz > Berechtigungsmanager > Kamera auf Android).

Für Apps, die die Kamera nur gelegentlich nutzen, wähle die Option „Nur während der Nutzung der App“. So stellst Du sicher, dass der Zugriff begrenzt ist, und erhältst alle paar Monate automatisch eine Gelegenheit, die Berechtigungen zu überprüfen.

Was Du tun kannst:

    • Überprüfe, welche Apps Standortberechtigungen haben (Einstellungen > Datenschutz > Ortungsdienste).
    • Überprüfe die letzten Kontoaktivitäten auf ungewöhnliche Anmeldungen.
    • Ändere Passwörter und aktiviere die Zwei-Faktor-Authentifizierung.
    • Widerrufe den Zugriff von unbekannten Geräten.

3. Führe regelmäßige Sicherheitsscans durch

Führe einen Sicherheitsscan mit einer zuverlässigen Antivirensoftware durch. Eine vertrauenswürdige Antiviren- oder Anti-Malware-App kann Spyware frühzeitig erkennen und Dich bei der Entfernung unterstützen. Richte automatische wöchentliche Scans ein, um Dein Gerät kontinuierlich zu überwachen. Für Echtzeitschutz musst Du über die kostenlose Version hinausgehen. Kostenlose Versionen eignen sich zwar für grundlegende Überprüfungen, in diesem Fall werden jedoch kostenpflichtige Versionen empfohlen.

4. Lade Apps nur aus offiziellen Quellen herunter

Installiere Apps ausschließlich aus dem Apple App Store, Google Play oder von vertrauenswürdigen Entwickler-Websites. Drittanbieter-Shops umgehen oft Sicherheitskontrollen, die bösartige Apps erkennen könnten.

Achte auf gefälschte Apps, insbesondere wenn:

    • Name oder Logo stark an eine bekannte App erinnern.
    • Bewertungen verdächtig oder schlecht sind.
    • Der Entwickler unbekannt oder neu ist.
    • Die App Berechtigungen anfragt, die nicht zu ihrem Zweck passen.

5. Stärke Deine Authentifizierung

Eine gute Gerätesicherheit verringert das Risiko, dass jemand über physischen Zugriff Spyware installiert. Verwende:

    • Ein starkes Passwort (mindestens sechs Zeichen, Zahlen, Sonderzeichen, usw.).
    • Biometrische Sperren wie Face ID oder Fingerabdruck (auch praktisch und schnell).
    • Zwei-Faktor-Authentifizierung für wichtige Konten.
    • Einen Passwort-Manager für einzigartige Passwörter.

Spyware verbreitet sich am häufigsten über Phishing-Links. Das heißt:

    • Klicke nicht auf verdächtige Links.
    • Öffne keine unerwarteten Anhänge.
    • Klicke nicht auf Links in Nachrichten, die ein falsches Gefühl der Dringlichkeit erzeugen (vermeide Nachrichten wie „Dein Konto wird in 24 Stunden geschlossen. Handle jetzt!“).

Wenn eine Nachricht so aussieht, als käme sie von jemandem, den Du kennst, sich aber seltsam anfühlt, frage zuerst bei dieser Person nach. Suche in Deinen gesendeten Ordnern nach Nachrichten, die Du nicht gesendet hast.

6. Nutze ein VPN in öffentlichen WLAN-Netzwerken

Die Nutzung ungesicherter öffentlicher WLAN-Netzwerke ist ein klassisches Risiko. Diese lassen sich relativ leicht abfangen, und Cyberkriminelle nutzen sie oft, um Malware einzuschleusen oder Deine Aktivitäten zu überwachen. Zudem können ungesicherte Verbindungen gekapert werden, um Schadsoftware zu installieren, zum Beispiel durch einen Man-in-the-Middle-Angriff (MiTM). MiTM-Angriffe treten besonders häufig in öffentlichen WLAN-Netzwerken und auf Websites mit schwacher Sicherheit auf. 

Ein VPN verschlüsselt Deinen Datenverkehr, sodass andere Nutzer desselben Netzwerks weder sehen können, was Du tust, noch Deine Verbindung manipulieren können. Anbieter wie CyberGhost VPN bieten einen verschlüsselten Tunnel und einen automatischen Kill-Switch, der Datenlecks verhindert, falls die VPN-Verbindung unterbrochen wird. Außerdem gilt eine strenge No-Logs-Richtlinie, d. h., dass Deine Online-Aktivitäten weder gespeichert noch an Dritte weitergegeben werden.

7. Überprüfe Deinen Akku- und Datenverbrauch

Wenn Dein Handy sich schnell entlädt, stark erhitzt oder einen ungewöhnlich hohen Datenverbrauch aufweist, kannst Du folgende Maßnahmen ergreifen:

    • Schließe alle Apps und prüfe, ob sich das Handy abkühlt. Schau im Akkuverbrauch nach Apps, die besonders viel Strom verbrauchen. Besteht das Problem weiterhin, führe einen Malware-Scan durch.
    • Überprüfe den Akkuverbrauch: iPhone: Einstellungen > Akku (siehe App-Nutzung); Android: Einstellungen > Akku oder Einstellungen > Apps (Aktivitäten überprüfen).
    • Kontrolliere Deinen Datenverbrauch in den Einstellungen (sowohl Mobilfunk als auch WLAN).

Lösche Apps, die Du nicht kennst, nicht nutzt oder die ungewöhnlich hohe Aktivität zeigen. Vergleiche außerdem den aktuellen Verbrauch mit Deinen normalen Nutzungsmustern, um Auffälligkeiten zu erkennen.

8. Optional: Decke Deine Kamera physisch ab

Kameraabdeckungen, Aufkleber oder Klebeband sorgen dafür, dass niemand durch Deine Kamera sehen kann. Diese Low-Tech-Methode ist einfach, aber sehr effektiv, besonders wenn Du die Kamera nicht aktiv nutzt.

9. Wenn die Standardentfernung nicht ausreicht

    • Setze Dein Telefon als letzten Ausweg auf die Werkseinstellungen zurück (sichere wichtige Daten vorher auf einem separaten Gerät).
    • Wende Dich an den Support des Geräteherstellers (Apple oder Android), um Hilfe zu bekommen.
    • Ziehe bei schwerwiegenden Problemen einen Cybersicherheitsexperten hinzu.

Beobachte nach der Bereinigung das Verhalten Deines Geräts für ein bis zwei Wochen. Lasse die Sicherheitssoftware aktiv, halte alle Programme auf dem neuesten Stand und verwende ab sofort in allen Netzwerken ein VPN.

Was Du nicht machen solltest: Verzichte auf einen Jailbreak (iPhone) oder Root (Android) auf Deinem Gerät. Dadurch werden wichtige Sicherheitsfunktionen deaktiviert, und Dein Smartphone wird anfälliger für schädliche Apps. Vertraue Deinem Bauchgefühl: Wenn Dir etwas merkwürdig vorkommt, geh der Sache nach. Grundlegender Schutz dauert oft nur etwa 15 Minuten.

Abschließender Hinweis

Wenn Dich jemand über Deine Handykamera ausspioniert, kannst Du die Bedrohung mit ein paar einfachen Schritten erkennen und beseitigen. Dazu gehört, das Verhalten Deines Geräts zu beobachten, Software und Apps aktuell zu halten, genau darauf zu achten, was Du installierst, und frühe Anzeichen von Spyware zu erkennen. Wenn Dir etwas merkwürdig vorkommt, können das Prüfen Deiner Berechtigungen, ein kurzer Scan oder das Überprüfen Deiner letzten Aktivitäten bereits einen großen Unterschied machen. Denk daran: Die meisten Spyware-Programme lassen sich mit ein paar einfachen Gewohnheiten sicher entfernen.

Häufig gestellte Fragen

Wie kann jemand auf die Kamera Deines Handys zugreifen?

Die meisten Kamera-Spionageaktionen werden durch Spyware oder bösartige Apps durchgeführt. Diese können installiert werden, wenn Du infizierte oder gefälschte Apps herunterlädst, auf Links in Phishing-Nachrichten klickst, Apps aus inoffiziellen Shops installierst oder jemandem physischen Zugriff auf Dein Gerät gewährst.
Auch der Zugriff auf Deine synchronisierten Bilder oder Videos ist möglich, wenn jemand Dein iCloud- oder Google-Konto hackt. Dabei hat die Person jedoch keinen Zugriff auf die Live-Kamera. Öffentliches WLAN kann ebenfalls ein Risiko darstellen, da Malware oder Netzwerküberwachung Deinen Datenverkehr abfangen können, wenn dieser nicht verschlüsselt ist. Integrierte Schutzmaßnahmen helfen, sind aber nicht perfekt, vor allem, wenn Dein Handy nicht aktualisiert ist.

Spioniert Instagram seine Nutzer über ihre Handykamera aus?

Instagram hat nur dann Zugriff auf Deine Kamera, wenn Du das vorher erlaubt hast. Das ist notwendig, um Bilder zu posten, Stories aufzunehmen oder Filter zu verwenden. Ein früherer iOS-Fehler schaltete die Kamera gelegentlich ungewollt ein, was Bedenken auslöste. Meta betonte jedoch, dass dies ein Zufall war.
So schränkst Du den Zugriff ein: Öffne die Einstellungen Deines Handys, wähle Instagram > Kamera und aktiviere die Option Nur während der Nutzung der App oder schalte die Kamera komplett aus. Du kannst Instagram auch über einen Browser nutzen, um noch mehr Kontrolle zu behalten.

Kann mich jemand überwachen, wenn er sich in mein Google- oder iCloud-Konto hackt?

Ein Hacker hat keinen Zugriff auf Deine Live-Kamera, kann aber synchronisierte Bilder und Videos, Standortinformationen („Mein iPhone suchen“), gesicherte Nachrichten und andere Daten einsehen.
Wenn Du denkst, dass Dein Konto gehackt wurde, ändere sofort Dein Passwort von einem sicheren Gerät aus. Aktiviere die Zwei-Faktor-Authentifizierung, überprüfe die angemeldeten Geräte und melde Dich von allen unbekannten Geräten ab.

Welchen Code muss ich wählen, um zu überprüfen, ob mich jemand ausspioniert?

Es gibt keinen universellen Wählcode, der Spyware erkennt. Codes wie *#21# zeigen nur den Status der Anrufweiterleitung an, nicht aber Schadsoftware. Zu einer zuverlässigen Erkennung gehören die Überprüfung von Warnzeichen, App-Berechtigungen, das Scannen mit Sicherheitstools und die Überwachung von Daten, Akku und Hintergrundaktivitäten.

Kann ich die Kamera meines Telefons nach der Entfernung der Spyware wieder sicher nutzen?

Ja, vorausgesetzt, die Infektion wurde korrekt entfernt und alle Sicherheitsprüfungen wurden durchgeführt. Zur Sicherheit solltest Du mehrere Sicherheits-Scans laufen lassen, alle Apps und das Betriebssystem aktualisieren und die App-Berechtigungen überprüfen. Wenn Du Opfer schwerwiegender oder missbräuchlicher Angriffe warst, kann ein Gerätewechsel die sicherste Lösung sein.

Kann auch die Kamera meines iPhones gehackt werden?

Ja, auch iPhones können gehackt werden, obwohl dies seltener vorkommt, da Apple strengere Sicherheitskontrollen hat. Die meisten Kamera-Hacks erfolgen über Spyware, die eingeschleust wird, wenn jemand eine schädliche App installiert, auf einen gefährlichen Link klickt oder physischen Zugriff auf das Gerät hat. Android-Geräte sind einem höheren Risiko ausgesetzt, da sie die Installation von mehr Apps von Drittanbietern zulassen. Um sicher zu bleiben, halte Dein Telefon aktuell, vermeide verdächtige Downloads und nutze starke Gerätesicherheit, z. B. Passcodes und Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA).

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