Jedes Mal, wenn Du einen Websitenamen in einen Browser eingibst, führt das Internet im Hintergrund eine schnelle Suche durch, um die tatsächliche Adresse der Seite zu finden. Dieser Prozess wird vom Domain Name System (DNS) gesteuert. Man kann es sich als das integrierte Verzeichnis des Internets vorstellen, das benutzerfreundliche Domainnamen in numerische IP-Adressen übersetzt.
Damit das funktioniert, arbeiten mehrere Arten von DNS-Servern im Hintergrund zusammen. Jeder von ihnen übernimmt eine klar definierte Aufgabe, vom Zwischenspeichern bereits bekannter Abfragen bis hin zum Auffinden neuer Ziele. Dieses Zusammenspiel sorgt dafür, dass Websites innerhalb von Sekundenbruchteilen laden und nicht erst nach langer Wartezeit. Wenn Du verstehst, wie DNS-Server zusammenarbeiten, bekommst Du ein besseres Gefühl dafür, wie Daten im Internet effizient, zuverlässig und sicher übertragen werden.
Die Haupttypen von DNS-Servern
Wenn Du eine Websiteadresse in Deinen Browser eingibst, kennt Dein Gerät die IP-Adresse dieser Seite zunächst nicht. Es wendet sich deshalb zuerst an einen rekursiven Resolver, der beginnt, eine Reihe von Servern um Hilfe zu bitten. Typischerweise sind daran vier zentrale DNS-Servertypen beteiligt, die wie eine Kette zusammenarbeiten, um jede Abfrage abzuschließen.

Rekursiver Resolver
Der rekursive Resolver ist der erste DNS-Server, den Dein Gerät kontaktiert, wenn Du eine Website aufrufen möchtest. Er funktioniert wie ein digitaler Assistent, der Deine Anfrage entgegennimmt und in Deinem Namen nach der Antwort sucht.
In vielen Fällen prüft der Resolver zunächst seinen Cache, einen kleinen Speicher für kürzlich durchgeführte DNS-Lookups. Wenn Du dieselbe Website schon einmal besucht hast, kann er die IP-Adresse direkt aus diesem Speicher abrufen, ohne weitere DNS-Server einzubeziehen. Deshalb laden Websites, die Du oft besuchst, in der Regel schneller, da Dein Resolver ihre IP-Adresse bereits gespeichert hat.
Die meisten rekursiven Resolver werden von Internetanbietern oder öffentlichen DNS-Diensten betrieben und gewartet. Zu den bekanntesten zählen die Server von Google (8.8.8.8), Cloudflare (1.1.1.1) und OpenDNS (208.67.222.222). Diese Unternehmen betreiben große, verteilte Resolver-Netzwerke, die dafür ausgelegt sind, Millionen von Anfragen pro Sekunde zu bearbeiten.
Root-Nameserver
Der Root-Nameserver bildet die oberste Ebene der DNS-Hierarchie und ist für die grundlegende Struktur aller Domains im Internet verantwortlich. Er fungiert als die Navigationszentrale des DNS-Systems. Statt eine endgültige Antwort zu liefern, sorgt er dafür, dass jede Anfrage an die richtige nächste Station weitergeleitet wird.
Wenn ein rekursiver Resolver die Adresse einer Website nicht in seinem Cache finden kann, sendet er eine Anfrage an den Root-Nameserver. Dieser prüft die Anfrage und die Domain-Endung, zum Beispiel .com, .org oder .net. Zwar kennt er nicht die endgültige IP-Adresse der Website, er weiß aber, welcher Top-Level-Domain-Server (TLD) diese Endung verwaltet.
Anstatt also die genaue Suchdomain anzugeben, leitet der Root-Server die Anfrage an den entsprechenden TLD-Server weiter. Weltweit existieren 13 Root-Server-Cluster, die jeweils an Hunderten von Standorten gespiegelt werden. Dadurch können die Milliarden von täglichen DNS-Anfragen effizient und ohne Ausfälle bearbeitet werden.
TLD (Top-Level-Domain)-Nameserver
Der Top-Level-Domain-Nameserver (TLD-Server) ist der nächste Schritt im DNS-Lookup-Prozess nach dem Root-Server. Nachdem der Root-Server die Anfrage weitergeleitet hat, übernimmt der TLD-Server, um die Suche weiter einzugrenzen. Jeder TLD-Server ist für eine bestimmte Gruppe von Domain-Endungen zuständig, etwa .com, .org, .net, .uk oder .de. Wenn Du also www.examplewebsite.com aufrufst, wird Deine Anfrage an den zuständigen .com-TLD-Nameserver weitergeleitet.
Der TLD-Server speichert nicht die IP-Adresse jeder einzelnen Website, spielt aber dennoch eine zentrale Rolle im Auflösungsprozess. Er verwaltet ein Verzeichnis autoritativer Nameserver, die jeweils für bestimmte Domains unter ihrer Endung verantwortlich sind. Vereinfacht gesagt kennt der TLD-Server das endgültige Ziel nicht, weiß aber genau, welchen Server er als Nächstes fragen muss.
Weltweit existieren Hunderte von TLD-Servern, die von vertrauenswürdigen Registrierungsstellen betrieben werden. So verwaltet Verisign beispielsweise die Domains .com und .net, während die Public Interest Registry für .org zuständig ist. Gemeinsam bilden sie das Rückgrat des globalen DNS-Systems und stellen sicher, dass Domain-Abfragen schnell, zuverlässig und präzise verarbeitet werden.
Autoritativer Nameserver
Der autoritative Nameserver ist die letzte Station im DNS-Lookup-Prozess. Er ist der Server, der die tatsächliche IP-Adresse der Website kennt, die Du aufrufen möchtest. Wenn Deine Anfrage diese Stufe erreicht, hat der TLD-Server bereits den richtigen Weg vorgegeben. Der autoritative Nameserver sucht den Domainnamen nun in seiner Datenbank und antwortet mit der exakten IP-Adresse, die dieser Domain zugeordnet ist.
Es gibt zwei Haupttypen autoritativer Nameserver. Zum einen gibt es die primären Server, die die ursprünglichen DNS-Einträge speichern und für deren Pflege, Aktualisierung und Verteilung verantwortlich sind. Zum anderen gibt es sekundäre Server, die exakte Kopien der Einträge des primären Servers speichern. Sie dienen als Backup und unterstützen den Lastenausgleich, um sicherzustellen, dass DNS-Abfragen schnell und zuverlässig verarbeitet werden können.
Unterstützende und spezialisierte DNS-Server
Die zentralen DNS-Server bilden das Rückgrat dafür, wie das Internet Namen in Zahlen übersetzt. Im Hintergrund arbeiten jedoch zusätzliche unterstützende und spezialisierte DNS-Server, die diesen Prozess effizienter, stabiler und sicherer machen.

Caching-DNS-Server
Ein Caching-DNS-Server speichert temporäre Kopien von DNS-Abfrageergebnissen, um zukünftige Anfragen zu beschleunigen. Wenn Du eine Website besuchst, speichert der Caching-Server die zugehörige IP-Adresse für einen begrenzten Zeitraum im Speicher (dieser Zeitraum wird als Time-to-Live (TTL) bezeichnet). Ruft ein anderer Nutzer im selben Netzwerk dieselbe Website vor Ablauf der TTL erneut auf, liefert der Caching-Server sofort das gespeicherte Ergebnis. Der vollständige DNS-Lookup-Prozess muss dadurch nicht erneut durchlaufen werden. So wird die Netzwerkbelastung reduziert und die Zahl externer Anfragen an Root- oder TLD-Server erheblich verringert.
Stub-Resolver
Ein Stub-Resolver ist ein schlanker DNS-Client, der direkt in das Betriebssystem Deines Geräts integriert ist. Seine Hauptaufgabe besteht darin, DNS-Anfragen an einen rekursiven Resolver weiterzuleiten, der häufig von Deinem Internetanbieter oder von Drittanbietern wie Google DNS oder Cloudflare betrieben wird. Stub-Resolver führen selbst keine Suchvorgänge durch, sondern delegieren die gesamte Arbeit an den rekursiven Server und geben dessen Antwort an Dein Gerät zurück. Man kann sie sich wie einen persönlichen Assistenten vorstellen, der eine Frage an einen Experten weiterreicht und Dir anschließend die fertige Antwort liefert.
Primäre und sekundäre DNS-Server
Wie andere Servertypen können auch DNS-Server ausfallen oder gewartet werden. Wenn das passiert, funktioniert das Internet nicht mehr. Damit Websites dennoch erreichbar bleiben, arbeiten primäre und sekundäre DNS-Server zusammen. Der primäre DNS-Server speichert die ursprüngliche DNS-Zonendatei, die als autoritative Datenbank dient und alle DNS-Einträge für eine Domain enthält. Der sekundäre Server speichert eine synchronisierte Kopie dieser Einträge und springt ein, wenn der primäre Server offline geht.
DNS-Sinkhole (Blackhole-Server)
Ein DNS-Sinkhole, auch Blackhole-Server genannt, ist eine spezialisierte Form eines DNS-Servers, der den Zugriff auf bösartige oder unerwünschte Domains blockiert. Während normale DNS-Server Verzeichnisse von Domains haben, haben DNS-Sinkholes Verzeichnisse von bekannten schädlichen Websites. Dazu zählen etwa Malware-Websites, Phishing-Links oder Server zur Steuerung von Botnets. Versucht ein Nutzer, eine solche Domain aufzurufen, antwortet das DNS-Sinkhole mit einer Null-IP-Adresse oder einer sicheren Umleitung. Dadurch wird die Verbindung blockiert, bevor Schaden entstehen kann. Sicherheitsteams und Internetanbieter setzen DNS-Sinkholes gezielt ein, um Bedrohungen einzudämmen und Nutzer vor unbeabsichtigten Infektionen zu schützen.
Schutz der Verbindung zwischen Dir und dem Internet
Jedes Mal, wenn Du eine Website aufrufst, E-Mails abrufst oder ein Video streamst, arbeiten DNS-Server im Hintergrund und sorgen dafür, dass Deine Anfrage innerhalb von Millisekunden das richtige Ziel erreicht. Das DNS-System ist unverzichtbar, wurde jedoch ursprünglich nicht mit Blick auf Datenschutz entwickelt. Standardmäßig können DNS-Anfragen von Deinem Internetanbieter oder dem Betreiber des Netzwerks protokolliert werden. Ein VPN kann hier Abhilfe schaffen.
CyberGhost VPN verschlüsselt Deinen gesamten Datenverkehr, einschließlich Deiner DNS-Anfragen. Dadurch können Internetanbieter, Netzbetreiber oder Tracker nicht sehen, welche Websites Du besuchst. Zusätzlich ersetzt CyberGhost VPN Deine IP-Adresse durch eine eigene Server-IP und schützt so vor Tracking, Profiling und DNS-basierter Überwachung. Dank der 45-tägigen Geld-zurück-Garantie kannst Du den Dienst risikofrei testen.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die wichtigsten Arten von DNS-Servern?
Die vier Haupttypen von DNS-Servern sind rekursive Resolver, Root-Nameserver, Top-Level-Domain-Server (TLD) und autoritative Nameserver. Gemeinsam bearbeiten sie jede DNS-Abfrage, vom Start der Suche bis zur Rückgabe der richtigen IP-Adresse, damit Dein Browser Websites laden kann.
Wie unterscheidet sich ein rekursiver Resolver von einem autoritativen Server?
Ein rekursiver Resolver ist der erste Server, den Dein Gerät kontaktiert, wenn Du eine Webadresse in Deinen Browser eingibst. Er durchsucht die DNS-Hierarchie, um die passende IP-Adresse zu finden. Ein autoritativer Server hingegen ist der letzte Schritt dieses Prozesses. Er enthält die tatsächlichen DNS-Einträge für eine Domain und liefert die endgültige Antwort.
Warum sind Root- und TLD-Server bei DNS-Lookups wichtig?
Root-Server bilden den Einstiegspunkt jeder DNS-Abfrage und verweisen den Resolver an den passenden TLD-Server. Basierend auf der Domain der Website (.com, .net, .org usw.) leitet der TLD-Server die Anfrage an den autoritativen Server weiter, der den genauen Eintrag enthält. Ohne diese beiden Ebenen wüsste das DNS-System nicht, wohin es Abfragen senden soll.
Was ist der Unterschied zwischen primären und sekundären DNS-Servern?
Der primäre DNS-Server speichert die Originaldateien für Domains. Er ist die Master-Datenbank, die alle DNS-Einträge enthält. Der sekundäre DNS-Server speichert synchronisierte Kopien dieser Dateien. Seine Aufgabe besteht darin, die Aufgaben des primären Servers zu übernehmen, wenn dieser ausfällt (z. B. wenn er offline geht oder gewartet werden muss). Auf diese Weise wird die Funktion des Internets nicht unterbrochen.
Können spezielle DNS-Server wie Sinkholes die Sicherheit verbessern?
Ja, ein DNS-Sinkhole hilft dabei, die Sicherheit zu verbessern, indem es Anfragen an bekannte bösartige oder unerwünschte Domains abfängt. Anstatt die Nutzer mit diesen Websites zu verbinden, leitet es sie zu einer sicheren oder Null-IP-Adresse um. So kann es Malware, Phishing-Seiten und Botnet-Datenverkehr blockieren, bevor Schaden entsteht.
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