Wer gewinnt? Die Schlacht der Livestreaming-Plattformen für Gamer

Vielleicht bist du ein Profi-Gamer und willst eine Show abziehen. Möglicherweise bist du aber auch ein ausgesprochen durchschnittlicher Gamer mit einer unterhaltsamen Persönlichkeit, und es macht dir nichts aus, dass die Leute dich immer wieder sterben sehen. Das funktioniert auch! Du hast deine Streamingausrüstung, deine Games und einen Traum, also meldest du dich einfach bei Twitch an und …

Aber meldest du dich wirklich bei Twitch an? Unter den Livestreaming-Plattformen ist es sicherlich die größte, aber das allein macht sie noch nicht zur richtigen Plattform für dich. Versteh mich nicht falsch, es ist die richtige Plattform für viele Leute, aber genau genommen hast du mehr Möglichkeiten, als du vielleicht denkst.

Ich streame schon seit langer Zeit immer mal wieder, angefangen vor vielleicht zehn Jahren. Unter meinem richtigen Namen wirst du nicht viel finden, und das wird auch so bleiben. Der Hinweis möge genügen, dass ich Erfahrung mitbringe und jede große Streamingplattform ausprobiert habe. Jetzt hat sich mir die Möglichkeit geboten, meine Meinung für die Nachwelt niederzuschreiben, wie es in dieser Branche üblich ist. (Ruhe in Frieden, Mixer. Wir kannten dich kaum.)

Meine Hoffnung ist, dass meine Erfahrungen dir das nötige Rüstzeug geben, um deine eigene Entscheidung zu treffen und die Plattform und das Publikum zu finden, die für dich die richtigen sind. Los geht’s.

Hinweis: Auf Streamingplattformen, die auf einzelne Länder beschränkt sind, wie zum Beispiel Russland oder China, gehe ich in diesem Artikel nicht ein.

Was ist Livestreaming?

Wenn Gaming kein Neuland für dich ist, kannst du diesen Abschnitt wahrscheinlich überspringen. Wenn du keinen blassen Schimmer davon hast, wovon ich rede … willkommen! Schön, dich kennenzulernen! Lass mich dir ein paar Dinge erklären, die ich gerade erwähnt habe.

Livestreaming bedeutet, dass du etwas filmst, das gerade passiert, und es ins Internet überträgst, während es passiert. Auf Streamingplattformen – also der Website/App, auf die du dein Live-Video stellst – können die Leute in einem Chatfeld kommentieren, was du tust, und mit anderen Zuschauern interagieren. Wir sprechen hier über Gamer und das Livestreaming von Videogames. Das bedeutet, dass man alles, was im Game auf dem Bildschirm passiert, streamt – und manchmal auch ein Video der spielenden Person. 

Die meisten Streamingplattformen haben eine Gaming-Community, da dies eine der beliebtesten Arten von Live-Content ist. Noch dazu ist sie eine der profitabelsten: Statista hat die Prognose aufgestellt, dass die Gaming-Livestream-Branche bis Ende 2024 einen Wert von 13,65 Milliarden Dollar und bis 2029 1,8 Milliarden Nutzer haben wird. Einige Plattformen eignen sich besser für das Livestreaming von Games als andere, und genau darum soll es in diesem Artikel gehen.

Worauf du bei einer Streamingplattform achten solltest

Es gibt einige Dinge, die du bei einer Streamingplattform unbedingt erwarten solltest. Hier sind sie, in willkürlicher Reihenfolge:

    • Eine ausreichend große Nutzerbasis. Je mehr Menschen auf einer Streaming-Website sind, desto mehr Menschen sehen deinen Stream wahrscheinlich – je nachdem, was du streamst.
    • Allgemeine Benutzerfreundlichkeit. Streaming kann manchmal kompliziert sein. Du solltest sicherstellen, dass die Tools zur Content-Moderation, zur Monetarisierung und selbst das Stream-Dashboard dazu da sind, Hindernisse zu beseitigen – und nicht noch welche beisteuern. Außerdem möchtest du ganz sicher nicht, dass sich die Leute verirren, wenn sie auf dem Weg zu deinem Stream sind, deinen Kanal abonnieren oder dir eine direkte Spende zukommen lassen wollen.
    • Funktionen zur Einbindung der Community. Ein Chatfeld ist gut, aber nicht das A und O der Zuschauerinteraktion. Funktionen wie Channel-Punkte und Belohnungen, Sound-Benachrichtigungen und sogar die Möglichkeit, das Publikum Dinge tun zu lassen, die sich auf dein Game auswirken, sind allesamt tolle Möglichkeiten, um das Engagement der Zuschauer zu fördern.
    • Monetarisierung, die Sinn macht. Wenn du das Streaming als Einnahmequelle nutzen willst, dann solltest du darauf achten, dass es sich auch lohnt.
    • Klare Content-Richtlinien. Du solltest dir absolut sicher sein, dass das, was du sendest, auch erlaubt und monetarisierbar ist. Nicht wenige Urheber sind mit schlecht erklärten und uneinheitlich durchgesetzten Content-Regeln in Konflikt geraten und haben dadurch ihre Existenzgrundlage verloren.

Ein weiterer Punkt, der zwar nicht unverzichtbar, aber dennoch nice to have ist, ist die weitreichende Plattformkompatibilität. Du möchtest, dass deine Zuschauer deinen Stream auf ihren Computern, Smartphones, Tablets, Kühlschrank-Bildschirmen (kennst du die noch?) und Smart-TVs sehen können (sie können sich beim Schauen sogar schützen, indem sie auf allen ihren Geräten ein VPN kostenlos testen).

Nicht alle Streaming-Websites bieten Apps für jedes Gerät an – Mensch, nicht einmal Twitch hat eine richtige App für Roku. Die meisten Plattformen sind zumindest über Browser verfügbar.

Wichtig: Frage dich, warum du streamst

Es gibt eine Sache, die du wirklich wissen solltest, bevor du dich für eine Streamingplattform entscheidest: Warum willst du überhaupt streamen? Alle Informationen der Welt bringen dir nichts, wenn du nicht weißt, wie du sie für dich anwenden kannst und was du überhaupt erreichen willst.

Es gibt mehrere grundlegende Motive, warum Menschen mit dem Streaming beginnen möchten:

    • um Spaß zu haben
    • um ein wenig zusätzliches Marketing für ihr Unternehmen zu betreiben
    • um eine Community aufzubauen
    • um direkt mit Streaming Geld zu verdienen.

Sehen wir uns diese Motive ein wenig genauer an. 

Streaming aus Spaß

Viele Leute streamen aus lauter Freude. So viele Aktivitäten sind besser, wenn man sie mit anderen teilt, und Streaming ist eine Möglichkeit, das Hobby mit Freunden zu teilen, auch wenn diese nicht selbst ins Spiel einsteigen können. Es ist auch ganz einfach. Du kannst deine Games streamen, ohne ausgefallene Software zu benötigen, indem du einfach die integrierte Streaming-Funktion von Nvidia oder AMD nutzt. Wenn du streamst, was auch immer du im wahren Leben tust, reicht dein Handy schon aus.

Wenn du nur zum Spaß streamst, kannst du dafür jede Website oder App nutzen, die dir gefällt. Natürlich ist es hilfreich, wenn du auf derselben Website streamst, auf der deine Freunde deinen Live-Content auch sehen wollen.

Streaming zu Marketingzwecken

Viele große und kleine Unternehmen nutzen Streaming als Möglichkeit, ihre Marketingbemühungen zu erweitern. Streams sind eine großartige Möglichkeit, um Fragen von Kunden zu beantworten, neue Produkte vorzustellen und dein Fachwissen auf deinem Gebiet zu präsentieren. In diesem Fall erfüllt ein Livestream denselben Zweck wie ein YouTube-Kanal oder ein Unternehmensblog.

Natürlich musst du dein Format an das Publikum anpassen. Aus trockenen Pressemitteilungen kannst du keinen guten Stream machen, und Gamer müssen Games finden, die zu ihrem Kundenstamm passen.

Außerdem solltest du ausdrücklich dort streamen, wo sich dein Kundenstamm aufhält. Soll heißen: Wenn du bereits eine große Fangemeinde auf einer Social-Media-Plattform hast, verlagere – wenn du kannst – dein Streaming auf diese.

Streaming, um eine Community aufzubauen

Einige Streams sind speziell darauf ausgerichtet, eine Community rund um eine Idee, eine Person oder eine Marke aufzubauen. Der Aufbau einer Community hängt natürlich mit jedem anderen Punkt in dieser Liste zusammen, da er beim Marketing, beim Geldverdienen und sogar beim Streaming aus Spaß helfen kann. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen der Aufbau einer Community ein Selbstzweck ist.

Manche Leute streamen, um mehr Menschen für die Sache zu begeistern, für die sie eine Leidenschaft haben, zum Beispiel die Zugänglichkeit von Videogames. Andere nutzen Streams, um mit Menschen zu kommunizieren, die ihr Lieblingshobby teilen, sei es Stricken, Sammeln, Holzbearbeitung, Programmieren oder etwas anderes. Wenn du eine Gruppe von Menschen dazu bringst, im Chat mit dir und miteinander zu kommunizieren, ist das so, als wärst du von Freunden umgeben – und das ist ein berauschendes Gefühl.

(Manchmal ist es auch ein etwas trügerisches Gefühl, aber das ist ein ganz anderes Thema).

In diesem Artikel geht es um Gamer. Wenn du eine Community rund um das Thema Gaming oder deine persönliche Gaming-Marke aufbauen möchtest, dann sind die meisten der in diesem Artikel aufgeführten Websites genau das Richtige für dich. Tatsächlich könntest du sogar den immer beliebter werdenden Weg des gleichzeitigen Streamings auf mehreren Plattformen einschlagen.

Streaming, um Geld zu verdienen

Tu’s nicht.

Oder tu’s, aber bitte verlass dich nicht wirklich rein auf die Einnahmen aus dem Streaming, um deine Rechnungen zu bezahlen. Nur die allerbesten Streamer auf den jeweiligen Plattformen verdienen tatsächlich genug Geld, dass es ihren ganzen Aufwand für Livestreams rechtfertigt. Du brauchst eine Menge Leute, die dir gleichzeitig zuschauen, um nennenswerte Summen zu verdienen.

Die netten Menschen von StreamYard und FinanceBuzz haben die folgenden Zahlen zusammengestellt, um meinen Standpunkt zu veranschaulichen.

Vielleicht denkst du dir jetzt: „Oh, ich brauche nur 1.000 Leute, die mir gleichzeitig zuschauen?”

Hör zu. Du musst verstehen, dass dies viel mehr ist, als die meisten Menschen schaffen, selbst wenn sie seit Jahren auf Twitch oder anderen Plattformen streamen. Ja, manche Leute haben Glück und ihr Stream nimmt schnell Fahrt auf. Andere streamen fast ein ganzes Jahrzehnt lang und durchbrechen nie die Zahl von 50 gleichzeitigen Zuschauern.

Viele mittelgroße Streamer berichten, dass sie den Großteil ihres Geldes neben dem Streaming verdienen, zum Beispiel durch Merchandise, direkte Spenden über andere Plattformen und Sponsoring.

So. Viele. Sponsorings.

Zwar kannst du mit Streaming Geld verdienen, aber deinen normalen Job solltest du nicht aufgeben, bevor das Geld nicht wirklich fließt. Und selbst dann solltest du daran denken, dass du gute und schlechte Monate haben wirst, und Spenden an Streamer gehören zu den ersten Dingen, die in schwierigen Zeiten einbrechen. Setze nie alles auf ein Pferd und sorge dafür, dass du auch andere Einnahmequellen hast.

Ich möchte noch einmal auf die Möglichkeit des Merchandising hinweisen. Viele Streamer bieten Produkte wie T-Shirts, Hoodys, Mützen, Tassen etc. an, um ihre Streamingeinnahmen aufzubessern. Manchmal handelt es sich um limitierte Auflagen, manchmal um Print-on-Demand-Produkte. Creators mit Sponsoren arbeiten vielleicht mit diesen Unternehmen zusammen, um auch Markenartikel zu erstellen. Bei GamerSupps können Creators zum Beispiel ihre eigene Geschmacksrichtung für einen Energydrink entwerfen.

Einige Streamer bieten weitere Anreize wie zusätzlichen Content oder Zugang zu einem speziellen Discord-Server für Menschen, die über Patreon oder ähnliche Websites ein Abonnement abschließen.

Aber welche Plattform ist nun die beste, um Geld zu verdienen? Finanziell gesehen haben sie alle Vor- und Nachteile, aber es gibt nur eine richtige Antwort: die Plattform, auf der sich dein Publikum aufhält.

Die Schlacht der Plattformen

Wenn du einmal die Antwort auf die Frage gefunden hast, warum du streamen möchtest, ist es an der Zeit, sich mit den Plattformen selbst zu beschäftigen. Werfen wir einen Blick auf acht der größten Plattformen und für wen sie am besten geeignet sind. 

Twitch

Was kann ich über Twitch sagen, was nicht schon tausendmal gesagt wurde? Als größte Plattform (jedenfalls außerhalb Chinas) ist Twitch normalerweise die erste Wahl für Streamer … oder zumindest die erste Plattform, die sie ausprobieren. Und ich kann es ihnen nicht verdenken, denn Twitch ist für viele die einfachste Plattform, um ein Publikum zu finden und aufzubauen.

Informationen von DemandSage zeigen uns genau, warum:

Beachte, dass Twitch zwar das größte potenzielle Publikum hat, du aber auch mit der größten Gruppe von Livestreamern um dessen Aufmerksamkeit ringst. Beziehe das bei deinen Plänen mit ein.

Herausragende Funktionen:

Die meisten Funktionen, die auf anderen Streamingplattformen zu finden sind, wurden von Twitch erfunden. Wenn du eine Streaming-spezifische Funktion auf einer anderen Website siehst, hatte Twitch sie aller Wahrscheinlichkeit nach zuerst.

Vorteile:

    • Größte Nutzerbasis an aktiven Zuschauern (außerhalb Chinas möglicherweise)
    • Großer Funktionsumfang, einschließlich einer ziemlich robusten Reihe von Moderationstools und der größten Sammlung von Integrationen in Drittanbieterplattformen
    • Native Apps für die meisten Geräte und Plattformen oder zumindest Browser-Zugang

Nachteile:

    • Die Aufteilung der Einnahmen wird immer schlechter. Sie ist jetzt etwas besser als früher – jahrelang bekamen Leute, die das Affiliate-Level erreicht hatten, eine 50:50-Aufteilung der von Twitch generierten Einnahmen. Partner bekamen 70:30.
    • Unklare und sich ständig ändernde Richtlinien, oft drakonische Regeln. Einmal hat die Plattform versucht, die Logos der Sponsoren im Stream zu verbieten.
    • Es hat den Anschein, als würde das über die Jahre erworbene Wohlwollen verloren gehen. Zu den häufigen Beschwerden gehören langsame Reaktionen auf Probleme mit  Belästigung, die uneinheitliche Durchsetzung von Richtlinien, Günstlingswirtschaft und mehr.

Empfohlen für: Hobbyisten und Pro-Streamer gleichermaßen.

Kick

Kick ist derzeit wahrscheinlich die zweitbeliebteste Streamingplattform und sorgt definitiv für viel Wirbel. Der Schwerpunkt liegt stark auf Gaming-Streams, aber die Seite bietet auch eine Reihe von Just Chatters und Streams rund ums Thema Glücksspiel. Ja, das gibt’s.

Die Plattform wächst rasant, und mehrere große Creators, die früher ausschließlich auf Twitch zu sehen waren, haben die Plattform gewechselt. Diejenigen, die Twitch noch nicht ganz verlassen haben, streamen oft auch auf Kick.

Herausragende Funktionen:

Vertrautheit. Ich meine das ganz wörtlich: Kick hat dieselben grundlegenden Funktionen wie Twitch und auch eine sehr ähnliche Benutzeroberfläche. Bis zur Übereinstimmung in den Funktionen dauert es wahrscheinlich nicht mehr so lange. 

Außerdem werden bei Kick die Einnahmen zu 95 Prozent zugunsten des Streamers aufgeteilt, was derzeit der beste Deal ist, den du bekommen kannst.

Vorteile:

    • 95 % zugunsten der Streamer – das ist so ziemlich das beste Angebot, das du auf einer Streamingplattform erhalten kannst.
    • Schnell wachsende Nutzerbasis
    • Schnell wachsender Funktionsumfang

Nachteile:

    • Weniger Funktionen im Vergleich zu Twitch. Wie bereits erwähnt wird dies wahrscheinlich nicht allzu lange anhalten.
    • Die bisherige Moderation lässt etwas zu wünschen übrig. Es gab einen gut dokumentierten Vorfall von angeblicher Belästigung und Abwerbung live im Stream, bei dem keiner der Moderatoren eingegriffen hat.
    • Du wirst dich vielleicht nicht wohl fühlen, wenn das Bewerben von Glücksspielen für dich nicht okay ist. Kick ist im Besitz von Stake, einem Online-Casino, und wird von diesem betrieben. Die Website wurde eingerichtet, nachdem Twitch seine Regeln für Glücksspiel-Streams verschärft hatte.

Empfohlen für: Hobbyisten und Pro-Streamer gleichermaßen.

YouTube Live

YouTube ist massiv und hat Millionen von Nutzern, die zu jedem beliebigen Zeitpunkt nach etwas suchen, das sie sich anschauen können. Wenn du einen YouTube-Kanal hast, kannst du ganz einfach Zugang zu den Livestreaming-Funktionen beantragen, sie einrichten und loslegen. Mit einer der besten Videotechniken, die es gibt, ist YouTube nicht nur eine brauchbare, sondern auch eine aufregende Plattform.

Wenn sie nur die Streamingintegration in die Plattform besser hinbekommen würden. Siehe die „Nachteile” unten.

Herausragende Funktionen:

YouTube verfügt über die beste Technologie für das Streaming im Allgemeinen, einschließlich AV1-Codierung (das bedeutet im Grunde, dass du einen Videostream mit höherer Qualität in weniger Bandbreite packen kannst, oder in eine kleinere Datei, wenn du aufzeichnest). Außerdem werden deine VoDs dort standardmäßig für immer gespeichert.

Vorteile:

    • Deine Streams sind an deinen YouTube-Kanal gebunden. Abonnenten, die sich anmelden, um alle Updates deines Kanals zu erhalten, sehen, wann du live bist, und können mit deinen Streams und VoDs ziemlich genauso interagieren wie mit deinen normalen Videos.
    • Fantastische Stream-Qualität. YouTube war die erste große Plattform, die AV1-Codierung für Streams eingeführt hat, und bietet bessere Bitraten.
    • Die Einnahmen werden im Verhältnis 70:30 zugunsten der Streamer aufgeteilt.

Nachteile:

    • Deine Streams sind an deinen YouTube-Kanal gebunden (das hat auch Nachteile). Zum Beispiel suchen YouTuber in der Regel nach voraufgezeichneten Inhalten, nicht nach Live-Content, sodass du möglicherweise nicht die besten Engagement-Quoten erzielst.
    • Es gibt weniger Funktionen zur Interaktion mit der Community. Zum Beispiel gibt es keine Channel-Punkte.
    • Der Algorithmus könnte dir eine Strafe aufbrummen. Die Sache ist die: YouTube mag es nicht, wenn du versuchst, mehr als eine Art von Content auf deinem Kanal zu zeigen. Das Streaming an sich hat zwar keine Auswirkungen auf deine Reichweite, aber das Mischen von Content-Formen könnte sich negativ auswirken.

Empfohlen für: engagierte YouTuber.

Facebook Gaming

Facebook ist eine weitere Plattform mit Milliarden von Nutzern, was für einen Streamer, der die Aufmerksamkeit der Leute auf sich zieht, reichlich Raum für Wachstum bietet. Wenn dein Publikum den ganzen Tag in seinem Feed scrollt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es dich live sieht – und das ist von nicht zu unterschätzendem Wert. Wenn du bereits dabei bist, eine Community um eine Facebook-Seite herum aufzubauen, ist das umso besser.

Allerdings ist Facebook eine weitere Plattform, auf der der Prozentsatz der Leute, die tatsächlich mit Live-Content interagieren wollen, geringer ist, als du vielleicht hoffst. Die direkte Monetarisierung deiner Streams ist ebenfalls sehr schwierig, wie du weiter unten sehen wirst.

Herausragende Funktionen:

Die Integration in die Facebook-Community – das ist hier das überzeugendste Argument.

Vorteile

    • Zugang zur Facebook-Nutzerbasis. Facebook mag in den USA und einigen anderen Ländern nicht mehr „cool” sein, aber im Rest der Welt? Immer noch massiv.
    • Mehrere Möglichkeiten der Monetarisierung:
      • Mit Abonnements erhältst du 100 Prozent der Einnahmen.
      • Zuschauer können dir Sterne geben, von denen jeder 0,01 USD für dich bedeutet.
      • Mit dem Performance-Bonus-Programm erhältst du Bonuseinnahmen, die davon abhängen, wie gut deine Inhalte … performen.
      • Werbeanzeigen in deinen Livestreams sorgen für Einnahmen nach dem CPM-Modell. So kannst du zwei bis fünf US-Dollar pro 1.000 Aufrufe einer Anzeige verdienen, je nachdem, wo du wohnst und welche Art von Inhalten du erstellst.

Nachteile:

    • Die Monetarisierung ist eine Qual. Um dich für In-Stream-Anzeigen zu qualifizieren, musst du  10.000 (!) Follower und 600.000 Minuten Videoaufrufe (das sind 10.000 Stunden) in den letzten 60 Tagen haben, wobei 60.000 dieser Minuten aus Live-Videos stammen müssen. Außerdem musst du mindestens fünf aktive Videos auf deiner Seite haben, und drei davon müssen aus Livestreams stammen. Mit anderen Worten: Du musst beide Arten von Inhalten erstellen. Außerdem musst du in einem qualifizierten Land leben, am Level-Up-Programm teilnehmen und regelmäßig 250 wiederkehrende Zuschauer haben, um Abonnements erhalten zu können.
    • An manchen Orten wird es nicht so stark genutzt. Die Beliebtheit von Facebook klafft von Land zu Land weit auseinander, daher solltest du dir sicher sein, dass deine Zielgruppe Facebook auch tatsächlich nutzt.
    • Es gibt nicht so viele auf Streaming ausgerichtete Funktionen. Facebook bietet zwar eine Reihe von Möglichkeiten, deinen Stream zu Geld zu machen, aber die Interaktion ist meist auf den Chat und das Spenden von Sternen beschränkt.

Empfohlen für: Facebook-zentrierte Communitys, Aufbau von Communitys.

LiveSpace

Um mit offenen Karten zu spielen: LiveSpace ist mein persönlicher Lieblingsdienst in dieser Liste und meine primäre Streamingplattform. Warum? Weder ist sie die größte Plattform noch die mit den (derzeit) meisten Funktionen, aber sie hat den coolsten Plan für die Zukunft.

LiveSpace wird als umfassendere Plattform aufgebaut als beispielsweise Twitch oder Kick. Die Nutzer sollen die Möglichkeit haben, ihre gesamte Webpräsenz von einem Ort aus zu betreiben, und das ist ihnen auch gelungen.

Herausragende Funktionen:

Die zentrale Anlaufstelle für die Webpräsenz eines Streamers. Möchtest du Updates für deine Follower posten? Es gibt einen Feed im Stil von Social Media. Möchtest du eine Seite im Linktree-Stil für deine Social-Media-Links? Du erhältst eine mit jedem Konto. Verkaufst du Merchandise über Fourthwall? Du kannst deine neuesten Produkte auf deiner Seite vorstellen.

Auch Cover-Künstler können sich freuen! LiveSpace verfügt über die Aufführungsrechte für Musik von den Organisationen ASCAP, BMI, SESAC und GMR. Zwar darfst du nicht die Originalsongs verwenden, aber du kannst sie bedenkenlos selbst singen.

Vorteile:

    • Aufteilung der Einnahmen von 85:15. Das ist nicht der beste Deal, den du finden kannst, aber er ist für die Plattform tragfähig. Das ist wichtig, da LiveSpace nicht von einem separaten Unternehmen wie Kick finanziert wird.
    • Es werden schnell Funktionen hinzugefügt. Jeden Monat gibt es etwas Neues. Eine meiner neueren Lieblingsfunktionen ist die kostenlose Seite im Linktree-Stil, die jetzt zu jedem Konto gehört.
    • Die Entwicklung wird zu einem großen Teil von der Community gesteuert. Du kannst dich in den Discord-Server von LiveSpace einklinken und die Admins direkt nach den gewünschten Funktionen fragen. Die Entwickler sind kommunikativ und antworten schnell.
    • Die Moderation ist streng, aber weitgehend fair. Du musst nicht befürchten, wegen jeder Kleinigkeit gesperrt zu werden, aber es gibt keine Toleranz für Hassreden und Belästigung.

Nachteile:

    • LiveSpace verfügt nicht über die größte Nutzerbasis. Es ist schlicht und einfach eine neue Plattform. Sie wächst schnell, hat aber noch nicht ganz die Phase von vielen Millionen Nutzern erreicht.
    • In der offenen Betaphase sind die Funktionen noch etwas spärlich. So gibt es zum Beispiel kein Channel-Punktesystem, der API-Zugang ist derzeit begrenzt und es gibt keine Kategorien für einzelne Spiele, sondern nur eine „Gaming”-Kategorie. Dieser letzte Punkt wird bald behoben, da individuelle Spielkategorien geplant sind.
    • Die Social-Posting-Funktionen sind noch recht begrenzt.

Empfohlen für: Hobbyisten und Profis.

Trovo

Trovo ist interessant. Die Funktionen entsprechen weitgehend denen, die man auch bei Twitch oder Kick findet, aber Trovo legt Wert auf eine eigene Identität. Anstatt Bits zu kaufen, die die Streamer erhalten, kaufen die Zuschauer Mana. Mit Mana kannst du „zaubern”, das heißt bestimmte Emotes im Chat posten oder sogar Befehle im Stream ausführen.

Die Zuschauer können auch Boost Rockets, Fortune Spins und viele andere Dinge kaufen, die allesamt als Einnahmen an den Streamer fließen. Auf der Zuschauerseite sieht es also so aus, dass die Spiele kostenpflichtig sind. Die Streamer können sogar automatisch zu einer „Schlacht” gegeneinander aufgestellt werden, und der Gewinner wird dadurch bestimmt, wessen Publikum das meiste Mana ausgibt.

Glaube ich. (Du wirst sehen, was ich meine.)

Herausragende Funktionen:

Trovo ist ganz speziell darauf ausgerichtet, die Leute dazu zu bringen, mit deinem Stream zu interagieren und Geld dafür auszugeben. Offen gesagt, ist die Plattform dabei fast schon aggressiv.

Vorteile:

    • Es gibt erweiterte Funktionen für die Interaktion mit der Community und Monetarisierungsoptionen.
    • Die grundlegenden Streamingfunktionen sind vertraut, und der Einstieg ist einfach.

Nachteile:

    • Trovo hat nicht die größte Nutzerbasis.
    • Die Namen der Funktionen sind verwirrend. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, was viele der Dinge, die man bei Trovo kaufen kann, bewirken, und die Dokumentation macht es auch nicht klarer. Und um das klarzustellen: Ich nutze Trovo und meine Erfahrung hat mir nicht geholfen, irgendetwas zu verstehen.
    • Die 50:50-Einnahmenaufteilung ist nicht besser als bei Twitch.

Empfohlen für: Pro-Streamer.

Rumble

Rumble ist nicht nur eine Alternative zu anderen Livestreaming-Plattformen, sondern auch zu YouTube. Im Grunde ist es ein klassischer YouTube-Klon mit einer Livestreaming-Komponente, sodass du beides an einem Ort tun kannst. Aber das, was es wirklich interessant macht, ist etwas anderes …

Das Faszinierende ist nämlich, dass die gesamte Plattform von Anfang an darauf ausgelegt war, dir bei der Monetarisierung deines Contents zu helfen. Rumble bietet dir die Möglichkeit, Lizenzen für deine Inhalte an andere Creators zu erteilen, sodass du Geld mit den Dingen verdienen kannst, die andere mit deinen Videos machen, oder du kannst VoDs streamen.

Wenn du nach einer Video- und Streamingplattform Ausschau hältst, um mit deinem Content Geld zu verdienen, könnte Rumble genau das Richtige für dich sein. Und dann vielleicht auch wieder nicht. Rumble legt großen Wert auf die freie Meinungsäußerung, und es gibt nur wenig Content-Moderation. Deine Inhalte könnten neben etwas wirklich Widerwärtigem landen.

Herausragende Funktionen:

Das System zur Lizenzierung deiner Inhalte für die Nutzung durch andere bietet eine zusätzliche Einnahmequelle, an die du bisher vielleicht nicht gedacht hast.

Vorteile:

    • Großartige Monetarisierungsfunktionen.
    • Starker Nachdruck auf der freien Meinungsäußerung.

Nachteile:

    • Die Streamingfunktionen sind ein wenig dürftig.
    • Die Moderation lässt vielleicht etwas zu wünschen übrig. Die Betonung der freien Meinungsäußerung bedeutet, dass fast alles erlaubt ist, weswegen es auf dieser Plattform durchaus Inhalte gibt, die viele als anstößig empfinden würden. Wenn das dein Ding ist, ist das Publikum für diese Inhalte sicherlich da.

Empfohlen für: Leute, die ihren Content lizenzieren wollen.

TikTok, Instagram, X (Twitter)

Ich habe diese Plattformen zusammengefasst, weil sie alle so ziemlich dieselbe Funktion erfüllen: Live-Videos auf einer für Kurzformate konzipierten Social-Media-Plattform.

Jede dieser Plattformen bietet Möglichkeiten, live mit dem Publikum zu sprechen, und beliebte Influencer sind dafür bekannt, dass sie Livestreams zu einem Teil ihrer Content-Strategie machen. In der Regel konzentrieren sie sich jedoch eher auf vorab aufgezeichnete Inhalte.

Vorteile:

    • Sofortiger Zugang zu deiner Community auf diesen Plattformen. Im Grunde ist es wie bei Facebook, nur mit weniger Möglichkeiten zur Monetarisierung.

Nachteile:

    • Die Leute besuchen diese Plattformen in der Regel nicht wegen der Live-Inhalte, sondern um zu scrollen.
    • Die Streamingfunktionen sind minimal und nicht immer leicht zugänglich.
    • Insbesondere TikTok unterdrückt angeblich Livestreams, es sei denn, der Inhalt wird von einer der TikTok-eigenen Apps gestreamt, sei es auf Mobilgeräten oder auf dem Desktop. Vor allem Nutzer von OBS (Open Broadcast Studio, eine App für das Streaming vom PC) berichten, dass sie bessere Statistiken sehen, wenn sie stattdessen die LIVE Studio-App von TikTok verwenden.
    • Twitter bietet keine der nützlicheren Streaming- und Video-Content-Tools, es sei denn, du zahlst für ein Premium-Konto. Zu diesen Tools gehören detailliertere Analysen, die Möglichkeit, längere Videos hochzuladen, das Media Studio, die Beteiligung an Werbeeinnahmen und vieles mehr.

Die Vor- und Nachteile von Multistreaming

Selbst wenn du dich nur für die Größe der Nutzerbasis einer Plattform interessierst, musst du dich nicht auf Twitch beschränken. Ja, die meisten Live-Inhalte werden auf Twitch gestreamt, wie die Zahlen von bloggingwizard.com unten zeigen, aber dort triffst du auch auf die meiste Konkurrenz.

Wenn du wirklich ein möglichst großes Publikum erreichen willst, solltest du dich nicht nur auf eine Plattform beschränken.

Beim Multistreaming, das Twitch aus mir unerfindlichen Gründen „Simulcasting” nennt, streamst du auf mehreren Plattformen gleichzeitig. Früher war dies eine weniger praktikable Option für Streamer, die Twitch als Hauptplattform nutzten, da es verboten war. Jetzt ist es jedoch erlaubt … solange du deinen Twitch-Chat-Feed nicht mit den Chat-Feeds von anderen Plattformen in deinem Stream kombinierst. 

Da Streamer in der Regel ihre Chat-Feeds im Stream zeigen, scheint dies eine alberne Einschränkung zu sein, hat aber wahrscheinlich etwas damit zu tun, dass Twitch nicht für die Ausstrahlung dessen, was die Leute auf anderen Plattformen sagen, haftbar gemacht werden will. Auf jeden Fall kannst du jetzt deine Gaming-Skills so vielen Communitys zeigen, wie du willst.

Vorteile:

    • Du kannst ein größeres Publikum erreichen. Allein durch den höheren Bekanntheitsgrad kann sich Multistreaming lohnen.
    • Du kannst anderswo eine Präsenz aufbauen, falls deine primäre Plattform stirbt oder du grundlos gesperrt wirst.
    • Es ist eine gute Möglichkeit, deine potenziellen Einnahmen zu erhöhen.

Nachteile:

    • Multistreaming ist entweder technisch anspruchsvoller oder teurer. Das hängt davon ab, ob du es manuell einrichtest oder einen Re-Streaming-Dienst in Anspruch nimmst. In jedem Fall bedeutet es ein bisschen mehr Arbeit.
    • Du musst mehrere Communitys gleichzeitig verwalten. Wenn es gut läuft, musst du mehrere Chat-Feeds gleichzeitig überwachen.

Welche Plattform ist jetzt also die beste?

Wie ich schon sagte: Es hängt alles davon ab, was du tun willst, warum du es tust und wo deine Freunde oder deine Community sich aufhalten. Zweifellos werden viele Leute, selbst nachdem sie diesen Artikel gelesen haben, direkt zu Twitch gehen, und ich kann es ihnen kaum übel nehmen. Unabhängig davon, welche anderen Plattformen ich persönlich vielleicht mag, ich multistreame in der Regel auch auf Twitch.

Denke einfach daran, dass du viele Möglichkeiten hast. Selbst wenn du dich zunächst für Twitch oder Kick entscheidest, solltest du alle anderen Plattformen im Auge behalten. Selbst wenn sich die Mühe eines Wechsels nicht lohnt, bietet Multistreaming fantastische Möglichkeiten.

Und jetzt raus mit dir und viel Spaß. Mögest du mehr Geld mit Streaming verdienen, als ich es jemals geschafft habe. Das sollte nicht allzu schwer sein …

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