Leitfaden zum Kinderschutz im Internet

An sich ist das Internet ein wunderbarer Ort für Kinder, an dem sie lernen, Ideen auskundschaften und sich kreativ ausdrücken können. Es ist auch wichtig für die soziale Entwicklung eines Kindes und hilft, die Kommunikationsfähigkeiten zu stärken, zum Beispiel beim Spielen oder Chatten mit Freunden.

Eltern sollten sich jedoch darüber im Klaren sein, dass all diese Aktivitäten oft mit Risiken verbunden sind. Kinder können online unangemessenen Inhalten, Cybermobbing und sogar Sexualstraftätern ausgesetzt sein.

Wenn du ein Auge darauf hast, was deine Kinder online machen und sich anschauen, kannst du sie zwar vor diesen Risiken schützen; es ist jedoch nicht einfach, sie zu beobachten, ohne das Gefühl zu bekommen, in ihre Privatsphäre einzudringen. Allein die Frage nach den Websites, die es nutzt, könnte bei deinem Kind den Eindruck erwecken, dass du ihm nicht vertraust.

Der Schlüssel für den Kampf gegen jedes große Risiko ist Aufklärung. Es ist wichtig, dass du und deine Kinder die Gefahren kennt, wisst, wie ihr euch davor schützen könnt, und wie ihr die Warnzeichen erkennt. Deshalb haben wir diesen Leitfaden zusammengestellt, damit sowohl du als auch deine Kinder* versteht, wie man sicher im Internet surft.

*Achte auf die mit “Für Kinder” gekennzeichneten Tipps, die du mit deinen Kindern und Jugendlichen teilen kannst.

Eine Forschungsstudie des Pew Research Center kam 2020 zu den folgenden Ergebnissen:

          • 86 % der Eltern von Kindern unter 11 Jahren begrenzen die Bildschirmzeit ihres Kindes, während 75 % die Online-Aktivitäten ihrer Kinder kontrollieren.
          • 71 % der Eltern von Kindern unter 11 Jahren sind besorgt, dass ihr Kind zu viel Zeit am Bildschirm verbringt.
          • 66 % der Eltern glauben, dass es heutzutage schwieriger ist, Kinder zu erziehen, als vor 20 Jahren, wobei 21 % die Schuld grundsätzlich den sozialen Medien zuweisen.
          • 65 % der Eltern sind der Meinung, dass es akzeptabel ist, wenn ein Kind ein eigenes Tablet hat, bevor es 12 Jahre alt ist.

Internetgefahren für Kinder

Unangemessene Inhalte

Kinder werden in zunehmend jungem Alter online immer aktiver. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie etwas sehen, das für ihr Alter unangemessen ist. Zu den Online-Aktivitäten, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass dein Kind unangemessene Inhalte sieht, gehören:

          • Nutzung sozialer Medien vor Erreichen des Mindestalters
          • Livestreams ohne Kenntnisse über die Altersempfehlungen
          • Nicht kindgerechte Apps und Spiele

Ohne angemessene Online-Beaufsichtigung und Inhaltsblocker kann eine harmlose Internetsuche dein Kind mit Inhalten konfrontieren, die es verwirren und verunsichern.

Ungeeignete Inhalte sind nicht nur sexueller Natur. Dazu gehören auch an Erwachsene gerichtete Inhalte, beunruhigende Informationen oder Bilder und Fehlinformationen, die dein Kind zu gefährlichem oder gesetzeswidrigem Verhalten verleiten. Beispiele für unangemessene Inhalte sind:

          • Pornografische Inhalte
          • Anstößige Inhalte
          • Bilder, Videos oder Spiele mit Gewaltdarstellungen
          • Seiten, die zu schädlichen Aktivitäten wie Verbrechen, Terrorismus, Selbstverletzung, Rassismus und Selbstmord aufrufen
          • Nicht moderierte Chats
          • Glücksspiel-Seiten

Sexualstraftäter im Internet

Dein Kind könnte online auf Personen treffen, die vorgeben, jemand anderes zu sein – und die dein Kind als Opfer von Sexualstraftaten ins Visier genommen haben könnten. Sexualstraftäter wie diese benutzen im Internet normalerweise ein gefälschtes Profil, um eine emotionale Bindung zu ihren jungen, beeinflussbaren Zielpersonen aufzubauen.

Was ist “Grooming”?

Der Begriff Grooming oder Pädokriminalität wird verwendet, um zu beschreiben, wenn sich Straftäter online mit Minderjährigen anfreunden, um sich deren Vertrauen zu erschleichen. Grooming kann für sexuelle Zwecke oder zur Radikalisierung junger Menschen genutzt werden.

Das Ziel ist es, das Vertrauen deines Kindes zu gewinnen. Dazu geben diese Erwachsenen vor, ähnliche Interessen zu haben, oder sie machen Geschenke und Komplimente. Sobald eine Beziehung aufgebaut ist, kann das Gespräch einen sexuellen Charakter annehmen, wobei der Groomer das Kind oft dazu auffordert, nicht kindgerechte Bilder zu schicken.

In der Regel zielen Sexualstraftäter im Internet auf Kinder auf Seiten ab, die bei jungen Menschen beliebt sind, wie soziale Medien, Online-Spiele und Chats.

Cybermobbing

Der Begriff Cybermobbing bezeichnet beleidigende Kommunikation über digitale Kanäle wie Social-Media-Posts, Sofortnachrichten, E-Mails etc. Wie jede Form von Mobbing kann auch Cybermobbing für Kinder sehr belastend sein, vor allem, wenn es öffentlich geschieht.

Derartige Inhalte können innerhalb von Sekunden ein großes Publikum erreichen, da verletzende Posts oft mehrfach geteilt werden. Der Täter oder die Täterin kann bis zu einem gewissen Grad anonym bleiben, was es schwierig macht, die Polizei einzuschalten.

Der Hauptunterschied zwischen Cybermobbing und Mobbing im persönlichen Kontakt besteht darin, dass schädliche Handlungen im Internet ein riesiges Ausmaß annehmen können. Da das Internet im Leben aller Menschen allgegenwärtig ist, können deine Kinder überall und jederzeit gemobbt werden – sogar in deinem eigenen Zuhause. Beispiele für Missbrauch sind:

          • Ablehnung und Ausschluss aus Online-Gruppen oder Chats
          • Drohungen und Einschüchterung
          • Gerüchte und Verleumdungen
          • Manipulation und Erpressung
          • Stalking und Belästigung
          • Identitätsdiebstahl und Hacken von Konten
          • Veröffentlichen von geheimen oder persönlichen Informationen

Begrifflichkeiten zum Thema Cybermobbing

Cyberstalking: Das wiederholte Versenden von Drohungen und Nachrichten im Internet.

Ausschluss: Jemanden absichtlich von Online-Aktivitäten ausschließen.

Fraping: Das Konto einer anderen Person kapern und sich als diese ausgeben, um unangemessene Inhalte zu posten.

Griefing: Cybermobbing über Online-Spielplattformen.

Outing: Jemanden öffentlich an den Pranger stellen, indem persönliche oder private Informationen über diese Person online geteilt werden.

Masquerading: Das Anlegen einer falschen Identität, um jemanden anonym im Internet zu mobben.

Trolling: Das Posten von beleidigenden Nachrichten über sensible Themen, wie z. B. Aufstachelung zu Rassismus oder Homophobie, oder das Angreifen einer Person.

Wie du deine Kinder vor Gefahren im Internet schützt

Schutz vor unangemessenen Inhalten

Manchmal kann es passieren, dass dein Kind Inhalte entdeckt, die für sein Alter oder seinen Entwicklungsstand ungeeignet sind. Du kannst nicht alles kontrollieren, was dein Kind im Internet sieht, aber du kannst ihm helfen, ungeeignete Inhalte zu meiden.

Bringe deinen Kindern einen sicheren Umgang mit dem Internet bei

Zeige deinen Kindern, wie sie sicher im Internet surfen können. Erkläre ihnen, dass sie nur sichere Webseiten (https) aufrufen sollten und wie sie sichere Suchbegriffe eingeben. Aktiviere YouTube Safe Mode und Google SafeSearch, um sicherzustellen, dass altersgemäße Ergebnisse angezeigt werden.

Erkläre, dass viele Websites, wie Facebook und TikTok, Mindestaltersbeschränkungen haben, um die Kinder vor unangemessenen Inhalten zu schützen. Einigt euch darauf, welche Websites und Apps für dein Kind geeignet sind.

Zeige deinen Kindern, worauf sie achten sollten

Bringe deinen Kindern bei, dass unangemessene und grafische Inhalte nicht nur auf Websites zu finden sind. Erkläre ihnen, dass sie auch über E-Mails und Direktnachrichten damit konfrontiert werden können. Sprich darüber, wann es in Ordnung ist, auf einen Link zu klicken oder etwas herunterzuladen, und über die Gefahren von Werbefenstern.

Installiere Firewalls und Inhaltsblocker

Nutze die integrierten Sicherheits-Apps auf deinen Geräten und lade Apps zur Kindersicherung herunter, um einen zusätzlichen Schutz zu gewährleisten. Installiere eine Firewall (Software oder Hardware für Webfilter und -sperren), die Kinder vor nicht altersgerechten Inhalten schützen soll.

Was du machen kannst, wenn dein Kind auf ungeeignete Inhalte gestoßen ist

Bereite dich auf die Situation vor, dass dein Kind mit ungeeigneten Inhalten in Berührung gekommen ist. Finde die Quelle der Inhalte heraus und sperre sofort den Zugang zu ungeeigneten oder gefährlichen Seiten, damit sich dein Kind online sicher fühlt.

Tadele dein Kind nicht und weise ihm keine Schuld zu. Sorge stattdessen für eine offene Kommunikation und ermutige es, zu dir zu kommen, wenn es etwas im Internet als verstörend empfindet, auch wenn es noch so unbedeutend erscheint.

Schutz vor Sexualstraftätern im Internet

Es mag schwierig sein, mit deinen Kindern über Grooming zu sprechen, aber es ist wichtig, dass du einen offenen Dialog führst.

Informiere dich über die Gefahren

Stelle fest, was Sexualstraftäter im Internet sind, welche Methoden sie anwenden und wo sie angreifen. Erkläre deinem Kind, dass es niemals mit Fremden im Internet sprechen soll und dass es dir sofort sagen soll, wenn jemand, den es nicht kennt, mit ihm Kontakt aufnimmt.

Bringe deinem Kind angemessenes Verhalten im Internet bei

Besprich mit deinem Kind, welche Arten von Interaktionen im Internet in Ordnung sind und welche nicht. Bringe ihm bei, wie es Warnsignale erkennen kann, und stelle klar, dass es zu dir kommen kann, wenn es sich Sorgen macht.

Überwache Geräte und Online-Aktivitäten

Stelle den Familienrechner in einem gemeinsamen Bereich auf und überwache die Nutzung der Mobilgeräte. Die elterliche Kontrolle, ein gemeinsames E-Mail-Konto und verbesserte Sicherheitseinstellungen schützen die Privatsphäre deines Kindes zusätzlich.

Kontrolliere den Zugang zu Foto-Apps, Webcams und Digitalkameras. Stelle sicher, dass dein Kind weiß, dass es ohne Erlaubnis keine Bilder herunterladen oder hochladen darf. Überprüfe regelmäßig die Galerien und Fotodateien auf den Geräten deines Kindes auf unangemessene Inhalte.

Warne deine Kinder vor riskanten Orten im Netz

Besprich die Risiken von Social-Media-Plattformen und Chats. Legt Zeitlimits und Regeln fest und beachtet immer die Altersbeschränkungen für Apps und Websites.

Sei wachsam

Selbst an “sicheren” Orten im Internet musst du immer noch auf der Hut sein. Sexualstraftäter können sich zum Beispiel in kinderfreundlichen Chats und Spielen als Kinder ausgeben. Eine gewisse Wachsamkeit bei allen Online-Aktivitäten deines Kindes ist wichtig.

Was du tun kannst, wenn dein Kind von Grooming betroffen ist

Wenn du den Verdacht hast, dass dein Kind im Netz Opfer von Pädokriminalität ist, kann das für euch beide sehr belastend sein. Schnelles Handeln ist wichtig, um dein Kind und andere zu schützen:

          • Mache deinem Kind klar, dass es keine Schuld daran trägt.
          • Speichere Kopien oder Screenshots von allen Nachrichten des Täters.
          • Unterbrich die Kommunikation mit dem Sexualstraftäter und sperre ihn auf allen Plattformen.
          • Ändere die Anmeldedaten für alle Online-Konten und sichere sie mit einzigartigen, komplexen Passwörtern.
          • Melde das Vorkommnis den Website-Administratoren und den Strafverfolgungsbehörden.

Cybermobbing

Das Internet und die sozialen Medien haben die Art und Weise verändert, wie Kinder mit Mobbing konfrontiert werden – die verstärkten Ausmaße können emotional belastend und verheerend sein. Beginne ein Gespräch mit deinem Kind, um ihm zu helfen, Cybermobbing zu erkennen und auf die richtige Art und Weise zu bekämpfen.

Besprecht miteinander, was genau Cybermobbing ist

Informiere dich darüber, was Cybermobbing ist, wie und wo es passiert und welche Warnsignale es gibt. Besprecht, welche Arten der Kommunikation akzeptabel und inakzeptabel sind, sowohl von Seiten deines Kinds als auch von Seiten derer, mit denen es sich online unterhält.

Weise darauf hin, dass es sein kann, dass Cybermobber anfangs freundlich sind. Achte auf jede Interaktion, die dein Kind beunruhigt, verärgert oder verängstigt. Lege ihm offene und ehrliche Gespräche ans Herz, damit dein Kind weiß, dass es mit dir über Interaktionen im Netz sprechen kann, die ihm Unbehagen bereiten.

Behalte die Online-Interaktionen im Blick

Wenn du deinen Kindern die Nutzung von sozialen Medien oder E-Mail-Konten erlaubst, solltest du sicherstellen, dass du die Konten verwalten oder überwachen kannst. Kontroll-Apps für Eltern sind ebenfalls eine gute Möglichkeit, um auf dem Laufenden zu bleiben. Kontrolliere die Konten regelmäßig, aber lass es deine Kinder wissen, denn das hilft, das gegenseitige Vertrauen und den Respekt zu bewahren.

Lege Grenzen fest

Setze Zeitlimits für die gesamte Bildschirmzeit, einschließlich des Surfens im Internet, des Spielens von Online-Spielen und des Erledigens von Hausaufgaben. Lege Regeln für Chats und soziale Medien fest. Mache deinen Kindern klar, dass du regelmäßig überprüfen wirst, was sie online tun.

Bereite dich auf den Extremfall vor

Informiere dich über die richtigen Maßnahmen, wenn dein Kind Opfer von Cybermobbing wird. Anstatt emotional zu reagieren, besprich mit deinem Kind in aller Ruhe, was passiert ist, um ihm beim Umgang mit der Situation zu helfen.

Bilde ein echtes Netzwerk mit den Eltern der Freunde deiner Kinder. Macht einen Plan, um online auf die Kinder der anderen aufzupassen, und bittet die Verantwortlichen der Gemeinde um Hilfe. Je mehr Leute ihr für die Sache gewinnen könnt, desto wahrscheinlicher ist es, dass ihr die Netzsicherheit der Kinder in eurem Umfeld gewährleisten könnt.

Gewährleiste die Sicherheit deiner Kinder auf Social Media

Sobald sie die Erlaubnis dazu haben, melden sich Kinder bei irgendeiner Form von Social-Media-Profilen an. Viele besuchen ihre Profile mehrmals am Tag, da die sozialen Medien zu einem wichtigen Teil ihres sozialen Lebens werden.

Wie Eltern ihre Kinder in den sozialen Medien schützen können

Bringe deinem Kind bei:

          • Freundlich zu anderen zu sein: Mache deinem Kind klar, dass von ihm erwartet wird, andere auch online immer mit Respekt zu behandeln. Missbrauch oder Mobbing im Internet sollte grundsätzlich den Administratoren und den Eltern gemeldet werden.
          • Nachzudenken, bevor es etwas postet: Wenn etwas einmal online gepostet wurde, ist es wahrscheinlich immer noch irgendwo online, selbst wenn es hinterher gelöscht wurde. Bringe deinem Kind bei, sorgfältig zu überlegen, bevor es etwas postet – wenn es nicht will, dass seine Oma, seine Lehrerin oder sein zukünftiger Chef einen Beitrag sieht, sollte es ihn nicht teilen.
          • Die Datenschutzeinstellungen zu verwenden: Vergewissere dich, dass dein Kind die Bedeutung der Datenschutzeinstellungen kennt, indem ihr sie gemeinsam durchgeht. Erkläre ihm, dass starke und eindeutige Passwörter und die Aktivierung der 2-Faktor-Authentifizierung es vor Identitätsdiebstahl schützen. Mach deinem Kind klar, dass es seine Online-Zugangsdaten niemals an Dritte weitergeben darf.
          • Nicht mit Fremden zu interagieren: Bringe deinem Kind bei, Nachrichten oder Freundschaftsanfragen von Fremden zu ignorieren und zu löschen. Wenn es nicht sicher weiß, wer die Person ist, sollte es immer einen Elternteil oder einen Erwachsenen fragen.

Mache einen Social-Media-Vertrag

Wenn du mit deinen Kindern einen Vertrag über soziale Medien abschließt, schafft das nicht nur ein Gefühl des Vertrauens zwischen euch, sondern fördert auch ein sicheres Online-Verhalten. Erstelle einen echten Vertrag, den dein Kind unterschreiben kann, und achte darauf, dass es echte Konsequenzen gibt, wenn die Vereinbarungen nicht eingehalten werden.

Dein Kind erklärt sich damit einverstanden, seine Privatsphäre zu schützen, keine persönlichen Informationen weiterzugeben, jeglichen Kontakt mit Fremden abzulehnen und seine Social-Media-Konten nicht zu nutzen, um andere durch Cybermobbing zu verletzen.

Im Gegenzug sollten sich die Eltern verpflichten, ihren Kindern zuzutrauen, kluge Entscheidungen zu treffen, die Online-Aktivitäten ihrer Kinder zu überwachen, aber auch ihre Privatsphäre mit zunehmendem Alter zu respektieren und bei ihren eigenen Aktivitäten in den sozialen Medien mit gutem Beispiel voranzugehen.

Tipps zur Sicherheit im Internet für Eltern

Lege klare Regeln und Grenzen fest

Besprecht und vereinbart im Vorfeld Regeln und Grenzen für die Internetnutzung. Berücksichtigt dabei u. a. diese Punkte:

          • Wie viel Zeit deine Kinder im Internet oder an ihren mobilen Geräten verbringen dürfen (z. B. wie viele Stunden am Tag).
          • Wann deine Kinder im Internet surfen dürfen (z. B. nachdem sie ihre Hausaufgaben gemacht haben).
          • Wo internetfähige Geräte benutzt werden dürfen (z. B. nur in Gemeinschaftsräumen).
          • Was im Internet erlaubt ist und auf welchen Seiten sie online surfen dürfen (z. B. Videos anschauen, soziale Medien nutzen, für Schulprojekte recherchieren, online chatten).

Richte Kontrolllösungen für Eltern ein

Die Windows- und Mac-Betriebssysteme ermöglichen es dir, Kinderschutzfunktionen für einzelne Benutzerkonten zu aktivieren. Die verfügbaren Einstellungen umfassen Website- und Inhaltsbeschränkungen, Online-Zeitlimits und die Nutzung von Apps. Es ist auch möglich, eine Kindersicherung für deinen Router einzurichten, um sicherzustellen, dass alle mit deinem Heimnetzwerk verbundenen Geräte geschützt sind.

Mit zunehmendem Alter deiner Kinder solltest du dich weniger auf Apps zum Kinderschutz verlassen und mehr Wert darauf legen, den Kindern beizubringen, ihre Internetnutzung selbst zu regulieren.

Nutze ein geeignetes VPN

Schütze die Online-Privatsphäre deiner Familie mit einem Virtuellen Privaten Netzwerk (VPN). VPNs (z. B. ein Mac VPN) schützen deine sensiblen Daten mit einer undurchdringlichen Verschlüsselungsmauer. So wird verhindert, dass neugierige Augen erfahren, was dein Kind online macht oder von wo aus es im Internet surft.

Ermutige dein Kind, sich jedes Mal mit einem VPN zu verbinden, wenn es online geht. So ist es auch vor gefährlichen Websites, unangemessener Pop-up-Werbung, bösartiger Malware und anderen Viren geschützt.

Achtung: Kostenlose VPNs haben selten so solide Sicherheitsfunktionen wie Premium-Lösungen. Um mit ihren Diensten Geld zu verdienen, können kostenlose VPN-Anbieter deine Daten an Dritte verkaufen und Pop-up-Werbung schalten, die eventuell für Kinder ungeeignet ist.

Verwende stets die aktuellste Version

Stelle dein Betriebssystem so ein, dass es automatisch aktualisiert wird, wenn eine neue Version verfügbar ist. Es werden dabei Sicherheitsprobleme durch die Behebung von Fehlern oder Schwachstellen in der Software gelöst, sodass diese nicht von Cyberkriminellen ausgenutzt werden können. Installiere ein Antivirenprogramm, um die Geräte deiner Kinder vor schädlicher Malware zu schützen, die persönliche Daten ausspähen kann.

Sorge für zusätzliche Schutzschichten, indem du Firewalls auf deinen Geräten und deinem Router einrichtest. Sie überwachen den ein- und ausgehenden Internetverkehr und blockieren oder erlauben je nach den von dir festgelegten Sicherheitsregeln bestimmte Daten.

Informiere deine Kinder über den Datenschutz im Internet

Kinder wachsen mit Computern und intelligenten Geräten auf und diese sind ein fester Bestandteil ihres Lebens. Smartphones, Tablets, Laptops, Spielkonsolen, LeapPads, Kindles und Smart-TVs bieten alle einen einfachen Zugang zum Internet.

Es kann schwierig sein, alles zu kontrollieren, was dein Kind online macht, aber es ist nie zu früh, deinen Kindern beizubringen, wie sie sich im Internet sicher verhalten können.

Warne vor Phishing-E-Mails

Was ist Phishing?

Phishing ist eine Methode, mit der Cyberkriminelle sensible und/oder persönliche Daten stehlen, indem sie sich als echte Unternehmen oder Personen ausgeben. Der Diebstahl persönlicher Daten kann letztlich zum Identitätsdiebstahl führen.

Im Jahr 2020 war Phishing die häufigste Form der Cyberkriminalität und mehr als 96 % der Phishing-Angriffe erfolgten per E-Mail. Wenn du deinen Kindern beibringst, wie sie gefälschte E-Mails erkennen, kannst du sie davor schützen, Opfer von Phishing zu werden.

Die E-Mail-Anbieter leisten gute Arbeit beim Filtern verdächtiger E-Mails in den Spam-Ordner, aber einige schaffen es trotzdem ins Postfach. Stelle sicher, dass deine Kinder folgende Grundsätze kennen:

          • Wenn etwas zu schön ist, um wahr zu sein, dann ist es wahrscheinlich auch nicht wahr. Deinem Kind wird vielleicht in einer E-Mail mitgeteilt, es habe einen Preis gewonnen. Es müsse nur ein paar persönliche Daten angeben, um den Preis erhalten zu können. Das ist eine Masche!
          • Klicke in verdächtigen E-Mails niemals auf Links oder Downloads. Wenn du auf Links klickst, könntest du auf eine Website gelangen, die echt aussieht, beim Einloggen aber deine Daten stiehlt. Beim Öffnen von Anhängen kann gefährliche Malware heruntergeladen werden, die Hackern Fernzugriff auf deinen Computer bietet.
          • Wenn Dringlichkeit vermittelt wird, ist das ein wichtiges Warnsignal, z. B. die Drohung, dass dein Netflix-Konto gesperrt wird, wenn du nicht sofort deine Zahlungsdaten aktualisierst. Reagiere niemals auf solche E-Mails, sondern kontaktiere das Unternehmen direkt über die Kontaktdaten auf der offiziellen Website. Melde oder kennzeichne solche E-Mails auch bei deinem E-Mail-Anbieter.
          • Schlechte Rechtschreibung und Grammatik sind oft Anzeichen dafür, dass eine E-Mail gefälscht ist. Während kleine Tippfehler in seriösen E-Mails vorkommen können, sind mehrere und eklatante Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler eher selten.
          • Gib niemals persönliche Informationen wie Anmeldedaten, Wohnadresse oder Telefonnummern per E-Mail weiter, ohne vorher mit den Eltern zu sprechen.

Jugendliche und das Internet

Das Internet ist ein fester Bestandteil des Alltags von Teenagern, z. B. um Schularbeiten zu erledigen, mit Freunden über soziale Medien in Kontakt zu bleiben und ihre Lieblingssendungen zu streamen. Für viele Teenager ist das Internet auch ein sicherer Ort, an dem sie verschiedene Möglichkeiten finden, sich auszudrücken und Hilfe oder Rat bei körperlichen oder psychischen Problemen zu suchen.

Da Jugendliche jedoch oft ohne Aufsicht oder Elternkontrolle online sind, müssen sie in der Lage sein, selbständig zwischen akzeptablen und inakzeptablen Online-Inhalten zu unterscheiden. Auch wenn Teenager in der Regel besser über die üblichen Online-Risiken Bescheid wissen als jüngere Kinder, können sie dennoch anfällig für Online-Sicherheitsprobleme sein.

Fake News

Clickbait, Fehlinformationen, Fake News – wie auch immer du es nennen willst – sind ein großes Problem im Internet. Da immer mehr Jugendliche in den sozialen Netzwerken nach Nachrichten und Informationen suchen, kann es für sie schwierig werden, zu erkennen, was echt ist.

Bei einer Studie von Vodafone gaben 46 % der Jugendlichen an, schon einmal auf Fake News hereingefallen zu sein, und 29 % glaubten, sie seien für Fake News empfänglich. Deshalb ist es wichtig, dass Jugendliche die digitalen Fähigkeiten haben, die sie brauchen, um Fake News zu erkennen und zu hinterfragen, ob es sich bei dem, was sie online lesen oder teilen, um eine Fehlinformation handeln könnte.

Vertragsrisiken

Durch die größere Freiheit im Internet und den Zugang zu ihrem eigenen Geld (bzw. die Möglichkeit, Geld auszugeben) laufen Jugendliche Gefahr, unfaire Verträge mit Bedingungen abzuschließen, die sie nicht vollständig verstehen. Das kann sie anfällig für Identitätsdiebstahl oder Betrug machen, ebenso wie für belästigende Marketingnachrichten und betrügerische E-Mails.

Jugendliche wissen vielleicht auch nicht, dass die von ihnen genutzten Apps ihre Daten erfassen oder ihren Standort verfolgen.

Radikalisierung

Unter Radikalisierung versteht man den Vorgang, bei dem beeinflussbare Personen, wie z. B. Jugendliche, von gemäßigten Ansichten zu extremen ideologischen Ansichten übergehen. Dies geschieht oft durch den Online-Kontakt mit – meist gewaltverherrlichender – ideologischer Propaganda.

Jugendliche sind besonders anfällig für extremistische Einflüsse, da sie sich wahrscheinlich mit anderen Fragen rund um Identität und Selbstdarstellung auseinandersetzen. Das Internet bietet eine ständig wachsende Menge an ungefilterten Inhalten und damit reichlich Gelegenheit zur Radikalisierung – dieser ständige Austausch von Inhalten macht es auch einfacher, andere zu treffen, die extreme Meinungen teilen und bestätigen.

Extremisten nutzen soziale Medien wie Twitter, Facebook und Ask FM, um anfällige junge Menschen zu finden und anzusprechen, von denen sie glauben, dass sie ihre Ansichten teilen könnten. Dein Teenager merkt vielleicht nicht, dass seine Ansichten von anderen geprägt werden, weil er glaubt, dass sein neuer Freund ein Mentor oder die einzige Person ist, die die “Wahrheit” sagt.

Erkläre deinen Kindern im Jugendalter, wie wichtig es ist, ihre Social-Media-Profile über die Privatsphäre-Einstellungen gut zu schützen und niemals mit Leuten in Kontakt zu treten, die sie nicht kennen.

Wenn du dir Sorgen machst, dass dein Kind online radikalisiert wird, ist eine verständnisvolle Herangehensweise wichtig. Sprich ruhig mit ihm und versuche zu verstehen, warum es diese neuen extremistischen Ansichten übernommen hat. Recherchiere nach diesen neuen Überzeugungen und nenne die Gegenargumente, um die Logik der extremistischen Gruppen zu delegitimieren. Hole dir gegebenenfalls professionelle Hilfe.

Unrealistische Standards

Zeitschriften und Werbung werden seit Langem dafür kritisiert, dass sie unrealistische Standards für Schönheit, Lebensstil und finanziellen Erfolg aufrechterhalten. Junge Menschen und Teenager werden oft mit diesen sogenannten Standards bombardiert, auch zu Hause.

In den sozialen Medien sehen Teenager einen sorgfältig kuratierten Ausschnitt aus dem Leben von Prominenten, Influencern und sogar von ihren Freunden. Durch den Einsatz von Filtern und Photoshop entstehen idealisierte Bilder, die bei manchen Jugendlichen negative Gefühle über sich selbst auslösen können. Eine Studie des britischen Gesundheitsdienstes NHS hat zum Beispiel herausgefunden, dass Mädchen, die sich in den sozialen Medien mit anderen vergleichen, eher unter psychischen Problemen leiden als solche, die das nicht tun.

Wenn du dich darum sorgst, welchen Einfluss unrealistische Standards im Internet auf deine Teenager haben, solltest du ihnen Folgendes beibringen:

          • Digitale Resilienz: Die Fähigkeit, Online-Bilder kritisch zu bewerten, zu verstehen, dass sie gefälscht oder retuschiert sein könnten, und zu erkennen, dass es viele positive Vorbilder im Internet gibt, die nicht einer einzigen Vorstellung von Perfektion entsprechen.
          • Selbstliebe: Sprich mit deinem jugendlichen Kind über die Profile, denen es online folgt, und wie es sich dabei fühlt. Wenn es Hashtags, Threads oder Profilen folgt, die es an seinem Selbstwert zweifeln lassen, ermutige es dazu, diesen Konten nicht mehr zu folgen oder sie zu blockieren. Hilf deinem Kind, Profile zu finden, denen es folgen kann, egal ob es sich dabei um ein Hobby, ein persönliches Interesse oder einen Berufswunsch handelt.
          • Social-Media-Auszeit: Wenn dein Teenager sich von den sozialen Medien überrollt fühlt, schlage ihm vor, für eine Weile eine Pause einzulegen, und schließe dich ihm an. Hilf deinem Kind, die Zeit, die es normalerweise online verbringt, mit etwas Positivem zu füllen, das sein Selbstwertgefühl stärkt.

Fazit

Das Internet ist untrennbar mit dem Leben von Kindern verwoben – vom Lernen und der Entwicklung bis hin zu sozialen Kontakten und Unterhaltung – und es dringt immer weiter in das Leben junger Menschen ein, da immer mehr Geräte internetfähig werden. Deshalb ist es wichtiger denn je, dass du deinem Kind hilfst, online sicher zu bleiben.

In diesem Leitfaden sind wir auf die wichtigsten Bereiche eingegangen, die zum Schutz deiner Kinder beitragen können: Bei jüngeren Kindern helfen Apps zum Kinderschutz, während ältere Kinder in der Regel weniger Aufsicht im Internet benötigen; Jugendliche profitieren davon, wenn sie in der Lage sind, fundierte Entscheidungen darüber zu treffen, wie sie sich im Internet verhalten, was sie teilen und wann sie möglicherweise ausgenutzt werden.

Die wichtigste Lektion ist jedoch, dass du mit deinen Kindern über den richtigen Umgang mit dem Internet sprichst – kläre sie über die Gefahren im Internet und den Schutz ihrer Privatsphäre auf und sage ihnen, wann sie zu dir kommen sollen, wenn sie sich Sorgen über ihre Online-Interaktionen machen. Eine Vertrauensbasis ist ausschlaggebend für eine sichere und positive Interneterfahrung von Kindern.

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